
Von der Duschkabine über die Wärmepumpe bis zur Klimaanlage: Viele Produkte aus dem Heizungs- und Sanitärbereich machen das tägliche Leben besser. Damit diese aber auch rechtzeitig in den Haushalten, aber auch Schulen oder Krankenhäusern ankommen, braucht es eine gut funktionierende Logistik im Hintergrund. Marktführer in Österreich ist die Frauenthal Handel Gruppe AG. COO Robert Just gibt Einblick.
KURIER: Bitte beschreiben Sie die Bedeutung der Logistikzentren der Frauenthal Handel Gruppe AG zur Versorgungssicherheit in Österreich.
Robert Just: Wir sind in einer Branche tätig, die die Grundbedürfnisse der Menschen erfüllt: Wärme, sauberes Trinkwasser, funktionierende Abwassersysteme und Hygiene. Ob Heizung, Dusche oder WC – unsere Produkte begleiten den Alltag jedes Menschen. Wie wichtig sie sind, wird oft erst dann bewusst, wenn sie nicht mehr funktionieren. Als Großhändler sind wir die Drehscheibe zwischen Hunderten Lieferanten und dem Fachhandwerk. Die Bevorratung verstehen wir als Teil unseres Versorgungsauftrags. Ähnlich wie im Lebensmittelhandel geht es darum, dass essenzielle Produkte jederzeit verfügbar sind. Fällt eine Heizung im Winter aus oder wird auf einer Baustelle dringend Material benötigt, muss rasch gehandelt werden können. Mit einer Flotte von 245 Lkw, modernen Logistikzentren und 69 Installateur Service Zentren verfügen wir über ein flächendeckendes Versorgungsnetz in ganz Österreich.
Wie läuft die Arbeit im Logistikzentrum ab?
Damit die Lieferung bereits am nächsten Werktag erfolgen kann, muss die Bestellung spätestens bis 18:30 Uhr eingehen. Mit unserem Logistiknetzwerk stellen wir sicher, dass die Ware zuverlässig dort ankommt, wo sie benötigt wird, sei es direkt auf der Baustelle oder im Lager des Kunden, von wo aus sie weiter zum Endkunden transportiert und montiert wird. Die ersten Lkw verlassen unsere Logistikzentren bereits um 1 Uhr morgens. Dadurch können die ersten Kunden schon ab 3 Uhr beliefert werden.
Das Logistikzentrum Perchtoldsdorf ist das zweitgrößte in Österreich und versorgt Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Wie viele Bestellungen werden hier jeden Tag abgefertigt?
Täglich verlassen rund 75 Lkw den Standort und beliefern etwa 2.500 Zustelladressen. Das Lieferspektrum reicht vom kleinen Ersatzteil bis hin zu Großlieferungen für Baustellen, beispielsweise mit bis zu 12 Meter langen Rohren und einem Durchmesser von 0,5 Metern.
Der Neubau geht zurück. Kann der Umsatzrückgang durch Sanierung aufgefangen werden?
Die Sanierung kann den Rückgang im Neubau nur teilweise auffangen. Dennoch sehen wir derzeit wieder mehr Bewegung am Immobilien-Sekundärmarkt. Eigentümer investieren nach dem Kauf verstärkt in die Modernisierung ihrer Häuser und Wohnungen, was zu einer steigenden Nachfrage nach Sanierungsleistungen führt. Ein besonders großes Potenzial sehen wir in der Heizungsmodernisierung. Leider beobachten wir gerade in diesem Bereich eine große Verunsicherung. Häufige Änderungen bei Förderprogrammen und politischen Rahmenbedingungen erschweren es vielen Haus- und Wohnungseigentümern, Investitionsentscheidungen zu treffen.
Wie bildet sich die Energiewende in Ihrem Unternehmen ab?
Die Energiewende spiegelt sich in unserem Unternehmen sehr deutlich wider. Die Heizsysteme haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Die Elektrifizierung der Gebäudetechnik – allen voran durch Wärmepumpen – schreitet rasch voran und entwickelt sich zunehmend zum neuen Standard. Mit dieser Entwicklung verändert sich auch die Wärmeverteilung im Gebäude. Klassische Hochtemperatur-Heizkörper haben in den letzten Jahrzehnten massiv an Bedeutung verloren. Seit dem Jahr 2000 ist der Absatz von Heizkörpern in Österreich auf weniger …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



