Vorwerk: Kaufzurückhaltung drückt Geschäft von Thermomix

Wirtschaft

Europas größtes Direktvertriebs-Unternehmen 2023 mit leichtem Umsatzplus dank höherer Preise. Verhaltener Ausblick.

Europas größter Direktvertriebs-Unternehmen Vorwerk bekommt die Kaufzurückhaltung der Konsumenten deutlich zu spüren. Das Familienunternehmen aus Wuppertal, das heuer sein 140-jähriges Jubiläum feiert, verkaufte im Vorjahr  zwar deutlich mehr als eine Million seiner Thermomix-Küchenmaschinen und erzielte damit einen Rekordumsatz von mehr als 1,7 Mrd. Euro. Das schmale Plus von 0,8 Prozent zum Vorjahr ist jedoch vor allem auf Preiserhöhungen beim Thermomix zurückzuführen. 

„Wir spüren die Kaufzurückhaltung. Unsere Beraterinnen und Berater müssen mehr Einsatz zeigen und mehr Vorführungen machen, um zum Abschluss zu kommen“, sagte Vorwerk-Chef Thomas Stoffmehl am Dienstag. Mit dem Jahresergebnis 2023 zeigte er sich dennoch zufrieden. Die Zahl der selbstständigen Berater/innen, die die Produkte bei Veranstaltungen und sogenannten Thermomix-Partys vorführen, überstieg im Vorjahr erstmals die 100.000-er Marke. 

Vorwerk Gruppe

Der rund 1.500 Euro teure Thermomix ist umsatzmäßig das wichtigste Produkt der Vorwerk-Gruppe. Mehr als 50 Prozent des Umsatzes entfallen auf den TM6. Insgesamt setzte Vorwerk im Vorjahr 3,2 Mrd. Euro um, um 4,4 Prozent mehr als ein Jahr davor. Auf die Staubsaugersparte (Kobold, Folletto) entfielen 860 Mio. Euro, weitere 560 Mio. Euro setzte die zur Gruppe gehörende akf Bank um. 

Ergebnis deutlich verbessert

Ergebnismäßig lief das Jahr 2023 besser als das vorherige. Unter dem Strich konnte Vorwerk seinen Jahresüberschuss auf 133 Mio. Euro steigern und damit fast verdreifachen. Der Konzern profitierte nach eigenen Angaben davon, dass sich die Situation bei Energiepreisen und Lieferketten wieder deutlich entspannte. Preise für Einzelteile, Versand und Logistikkosten seien zurückgegangen.  

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Österreich zweiterfolgreichster Markt

Vorwerk ist in 61 Ländern aktiv. Der erfolgreichste Markt war im Vorjahr Deutschland, knapp gefolgt von Österreich, hieß es auf der Bilanzpressekonferenz. Wie viele andere Produzenten von Elektro-Kleingeräten erfreute sich Vorwerk während der Pandemie einer rasanten Nachfrage. Zwischen 2019 und 2021 konnte man beim Thermomix-Umsatz um ein Drittel zulegen. Seitdem stagniert die Entwicklung, die Stückzahlen waren zuletzt rückläufig. Stoffmehl spricht von einer Sättigung. 

Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr fiel entsprechend verhalten aus. „Die anhaltende Konsumflaute wird Spuren bei Umsatz und Ergebnis hinterlassen“, sagte Finanzchef Hauke Paasch. Auf die Einführung eines neuen Thermomix werde daher verzichtet, stattdessen sollen weitere Märte erschlossen werden. 

Produktion in Europa und China

Vorwerk produziert seine Haushaltsgeräte in eigenen Werken in Europa und China. Vorstand Thomas Rodemann legte ein klares Bekenntnis zur Produktion in Europa ab. Das Unternehmen hat neben seinem Stammwerk in Wuppertal auch eines in Frankreich, das im Vorjahr um ein neues Produktionsgebäude erweitert wurde.   
 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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