Vor Hlawatis Abgang: ÖBAG schreibt Beraterverträge für Millionen aus

Wirtschaft

ÖBAG-Alleinvorständin Edith Hlawati wird sich mit 31. Jänner 2027 in die Pension verabschieden. Vor diesem Hintergrund sehen Insider die aktuellen Ausschreibungen für diverse Berater sehr kritisch.

Am 20. Februar hatte die ÖBAG durch eine Anwaltskanzlei drei Lose ausgeschrieben. Es geht um Rechtsanwaltsleistungen aus den verschiedensten Rechtsgebieten, um Medien, Kapitalmarkt und Shareholder-Kommunikation sowie um Personalberatung. Die Teilnahmefrist endete eher kurzfristig mit 24. März.

Ausgeschrieben sind Rahmenvereinbarungen, jeweils für die Dauer von drei Jahren mit einmaliger Verlängerungsmöglichkeit um ein Jahr.

Sieben Millionen Euro

Die geschätzte Abrufmenge aus den Rahmenvereinbarungen beläuft sich laut Ausschreibung in Summe auf sieben Millionen Euro, inklusive eines Risikopuffers. Die Abrufmenge kann um bis zu hundert Prozent über- bzw. unterschritten werden.

Mit derart langen Laufzeiten erschwere Hlawati ihrem Nachfolger, sich selbst seine Berater auszusuchen, monieren Insider gegenüber dem KURIER. Vor allem für Medienarbeit und Personalberatung wählen CEOs üblicherweise selbst ihre Berater aus. Außerdem würden sich Unternehmen längst nicht mehr so langfristig an Berater binden.

Die Verträge der ÖBAG laufen mit September aus, die ÖBAG sei laut Bundesvergabegesetz zur Ausschreibung verpflichtet, erklärt ÖBAG-Sprecher Michael Mauritz. Man möchte ab September auch weiterhin mit erfahrenen Partnern arbeiten können und sehe es „als Teil einer professionellen Übergabe an, dass der/die Nachfolgerin sofort zu arbeiten beginnen kann“. Der Nachfolger würde sich bedanken, wenn er sich die ersten Wochen im Amt mit drei zeitaufwendigen Vergabeverfahren beschäftigen müsste. Im Übrigen gebe es in jedem Vertrag Kündigungsmöglichkeiten.

Die gesamten sieben Millionen Euro würden, argumentiert Mauritz, die höchste Vergabesumme in allen drei Losen in den vier Jahren darstellen. Eine Verpflichtung zum Abruf bestehe nicht.

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Warum aber wird nicht kürzer ausgeschrieben? Das entspreche nicht den Usancen am Markt, der Nachfolger könne zwischen bis zu sechs Partner in jedem Los auswählen, „da wird für jeden etwas dabei sein“.

Die ÖBAG, die derzeit 25 Mitarbeiter beschäftigt, hat immer schon gerne Berater engagiert. Die Höhe der seit Hlawatis Amtszeit aufgelaufenen Kosten wird nicht verraten. Hlawatis bevorzugter Headhunter ist allerdings nicht im Beraterpool. Seine Aufträge lagen jeweils unter der Ausschreibungsschwelle von rund 120.000 Euro.

Die von ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer angeordnete und mit Hilfe von Boston Consulting ausgearbeitete Industriestrategie der ÖBAG kostete rund 800.000 Euro. Das Papier, das recht allgemein gehalten sein soll, präsentiert Hlawati am Donnerstag. Geplant ist eine Investmentgesellschaft für den Einstieg in die vielstrapazierten „Zukunftsstrategien“, mit zwei Geschäftsführern.

Die zu Beginn der Russland-Krise produzierte Gas-Studie war rund 1,5 Millionen Euro teuer.

Künftig zwei Vorstände?

Der Aufsichtsrat der ÖBAG dürfte übrigens bald mit der Nachfolge-Suche für Hlawati beginnen. Die Ausschreibung soll vor dem Sommer starten. Könnte ein Zweier-Vorstand werden, wie man hört, will die SPÖ diesmal auch einen Kandidaten. Es wird in Wirtschafts- und Politkreisen viel spekuliert, doch valide Namen gibt es nach wie vor nicht.

andrea.hodoschek@kurier.at

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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