
Das Landesgericht Linz hat über das Vermögen der METRADE PACKAGING GmbH mit Sitz in Pasching ein Konkursverfahren eröffnet. Das teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit. Die Schuldnerin hatte selbst den Insolvenzantrag eingebracht. 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.
Vom Spezialisten zum Vollsortimenter
Das 2017 gegründete Unternehmen hatte sich ursprünglich auf Verpackungslösungen für die Gastronomie spezialisiert, insbesondere für den Fast-Food-Bereich. In den Folgejahren erweiterte die Firma ihr Sortiment jedoch kontinuierlich um Hygieneartikel sowie Lebensmittel und Getränke und entwickelte sich so zu einem Vollsortimenter für Gastronomiebetriebe.
Wachstum ohne Struktur
Als Hauptursache für die Insolvenz nennt der AKV ein starkes Unternehmenswachstum in den vergangenen Monaten, dem keine entsprechende Anpassung der organisatorischen und kaufmännischen Strukturen folgte. Die Buchführung konnte dadurch nicht mehr ordnungsgemäß sichergestellt werden, was die Beschaffung externer Finanzierungen oder die Gewinnung von Investoren erheblich erschwerte.
Verschärft wurde die Situation durch eine umfangreiche Betriebsprüfung, die zu erheblichen Steuernachzahlungen führte. Diese konnten aus dem laufenden Geschäftsbetrieb nicht mehr aufgebracht werden. Die Kombination aus organisatorischen Defiziten, Liquiditätsengpässen und hohen Abgabenforderungen führte schließlich zur Zahlungsunfähigkeit.
1,7 Millionen Euro Verbindlichkeiten
Laut Eröffnungsantrag belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 1,7 Millionen Euro bei fünf Gläubigern. Davon entfallen etwa 735.000 Euro auf Lieferantenverbindlichkeiten. Mit rund 965.000 Euro macht der Großteil jedoch Forderungen öffentlicher Gläubiger aus, insbesondere Abgaben- und Sozialversicherungsrückstände.
Auf der Aktivseite verfügt die Schuldnerin über kein Liegenschaftsvermögen. Jedoch weist das Unternehmen ein Warenlager im Buchwert von rund 505.600 Euro sowie offene Kundenforderungen in Höhe von etwa 480.000 Euro aus. Hinzu kommen freies Bank- und Kassaguthaben von zusammen rund 35.000 Euro sowie Anlagevermögen mit einem Buchwert von etwa 250.000 Euro. Ob und in welcher Höhe diese Vermögenswerte tatsächlich verwertbar sind, muss sich im Laufe des Verfahrens erst zeigen.
Keine Sanierung
„Eine Sanierung des Unternehmens ist nicht vorgesehen. Grundsätzlich besteht Einverständnis mit der Schließung des Betriebes, wobei eine kurzfristige Fortführung nur insoweit angedacht ist, als dies für die bestmögliche Verwertung des vorhandenen Warenlagers erforderlich erscheint. Das Warenlager besteht zu großen Teilen aus verderblichen Waren und ist eine kurzfristige Verwertung geboten“, so der AKV
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



