
Trotz eines wirtschaftlich schwierigen Umfelds hält die Asfinag an ihrem expansiven Investitionskurs fest. Der staatliche Autobahnbetreiber will auch in Zeiten von Unsicherheit, Energiekrise und geopolitischen Spannungen gezielt gegensteuern – mit einem milliardenschweren Bauprogramm. Im Jahr 2025 investierte die Asfinag rund 1,56 Milliarden Euro in Neubau und Erhaltung von hochrangigen Straßen. Für 2026 ist mit mehr als zwei Milliarden Euro das größte Jahresinvestitionsvolumen der Unternehmensgeschichte vorgesehen. Insgesamt sollen bis 2031 12,5 Milliarden Euro verbaut werden, davon sollen rund 62 Prozent in die Sanierung des bestehenden Netzes fließen.
„Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten sind nachhaltige und zielgerichtete Investitionen ein wesentlicher Motor für die Konjunktur“, betonte Asfinag-Vorstand Herbert Kasser. Die Rekordinvestitionen seien „gut angelegtes Geld in Österreich“, weil sie Wertschöpfung sichern, Arbeitsplätze stabilisieren und Impulse für zahlreiche Branchen setzen.
Einmaleffekte
Betriebswirtschaftlich weist die Asfinag für 2025 ein Gesamtergebnis von 840 Millionen Euro aus. Rund 100 Millionen Euro davon resultieren aus Einmaleffekten im Zuge der Evaluierung des Bauprogramms. Netto verbleibt ein Ergebnis von 740 Millionen Euro. „Dieses Ergebnis ermöglicht uns, auch künftig verlässlich zu investieren“, sagte Kasser. Für den Standort Österreich bedeute das vor allem Planungssicherheit: „Eine leistungsfähige Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für Logistik, Erreichbarkeit und internationale Wettbewerbsfähigkeit.“
Insgesamt standen dem Unternehmen 3,18 Milliarden Euro Einnahmen zur Verfügung. Die Mauterlöse stiegen auf 2,71 Milliarden Euro, ein Plus von 8,2 Prozent.
„Stabile Erlöse sind die Grundlage für eines der sichersten, qualitativ hochwertigsten und leistungsstärksten Autobahnnetze in ganz Europa“, sagte Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl bei der Präsentation der Bilanz für 2025. Die Eigenkapitalquote liegt bei 48 Prozent, die Nettoschulden stiegen leicht auf 10,7 Milliarden Euro.
Multiplikatoreffekte
Die volkswirtschaftlichen Effekte der Asfinag-Investitionen seien beträchtlich. Studien von Wifo und Eco Austria zeigen, dass Infrastrukturprojekte erhebliche Multiplikatoreffekte auslösen. So generieren etwa 2,7 Milliarden Euro Investitionen entlang der S1 eine Wertschöpfung von 4,4 Milliarden Euro.
Rund 98 Prozent der vergebenen Aufträge gingen in den vergangenen Jahren an Unternehmen mit Sitz in Österreich.
Ende ihres Lebenszyklus
Inhaltlich liegt der Schwerpunkt klar auf der Erhaltung des Netzes. Viele Strecken und Bauwerke stammen aus den 1970er und 1980er-Jahren und erreichen das Ende ihres Lebenszyklus. Großprojekte wie die Sanierung der Tauern- und Katschbergtunnel oder die Modernisierung zentraler Abschnitte der A10 unterstreichen diesen Fokus. Pro Jahr werden rund 350 Bauvorhaben abgewickelt.
„Die Erhaltung unseres Netzes bleibt unsere zentrale Kernaufgabe“, sagte Hufnagl. Investitionen in Sicherheit seien dabei entscheidend: „Sie reduzieren die Auswirkungen des Verkehrs auf Mensch und Umwelt und retten im Ernstfall Leben.“
Digitale Vignette
Parallel treibt die Asfinag Digitalisierung und Klimaschutz voran. Die Klebevignette wird 2027 endgültig durch die digitale Vignette ersetzt – bereits heute werden rund 80 Prozent digital verkauft. Zudem investiert das Unternehmen in Ladeinfrastruktur auf den 60 Asfinag-Rastplätzen. „Nachhaltigkeit ist für uns keine Ideologie, sondern eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung“, so Kasser. Investitionen in Photovoltaik, E-Mobilität und Emissionsreduktion würden langfristig auch die Kostenstruktur verbessern.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



