Shakiras Mega-Konzert an der Copacabana bricht alle Rekorde

Politik

Von Tobias Käufer

aus Rio

Erst Madonna, dann Lady Gaga und jetzt Shakira. Wenn die Pop-Königinnen dieser Welt in Rio de Janeiro Hof halten, dann zieht es sie standesgemäß ins „Copacabana Palace“.

Das „Palasthotel“ der Luxusklasse mit viel Geschichte hat einen entscheidenden Vorteil – es liegt direkt gegenüber der Bühne am weltberühmten Strand der Metropole am Zuckerhut. Und so gehört es mittlerweile zur Tradition, dass die Weltstars direkt aus dem Palace über einen eigens gebauten, blickdichten Steg über die achtspurige Avenida Atlantica auf die Bühne spazieren – und nach dem Konzert auch wieder verschwinden.

 Jedes Jahr ein Weltstar

Die Olympiastadt hat mit ihrem Marketing-Konzept ins Schwarze getroffen. Seit drei Jahren verpflichtet Rio de Janeiro absolute Weltstars für eine Millionensumme für ein Konzert am 1. oder 2. Mai. Und diese Top-Stars geben dann ein Gratis-Konzert für Millionen Menschen an der Copacabana.

Das rechnet sich, denn zehntausende Touristen aus Brasilien und der ganzen Welt fliegen für diese Mega-Konzerte ein, buchen Hotels und Wohnungen, füllen die Restaurants und Cafes und spülen so wieder Millionen Steuereinahmen zurück in die Stadtkasse. Zudem ist es ein enormer Image-Gewinn für die „Party-Hauptstadt“ Rio de Janeiro, wenn anschließend Millionen Clips von den Konzerten und den feiernden Fans die sozialen Netzwerke fluten.

 Und auch Pop-Monarchin Shakira beherrscht das Spiel mit den Medien. Kurz nachdem die Kolumbianerin vom Balkon des Hotels fast im royalen Stil ihre Fans grüßte, veröffentlichte Shakira eine Story mit dem Blick der Hotelterrasse: „Ich liebe euch“, schrieb sie darunter.

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 Das ganze Konzept hat auch eine soziale Komponente. Denn für viele Brasilianer aus den Favelas sind Konzerte wie die von Shakira normalerweise praktisch unbezahlbar. Eintrittskarten für die ebenfalls populäre Konzertserie „Rock in Rio“ im September kosten in der Regel einen Monatsmindestlohn und sind damit für die Menschen aus den Armenvierteln unerschwinglich. Das kostenfreie Rio-Konzept aber ermöglicht es auch Menschen aus einkommensschwachen Haushalten einmal im Jahr einen Weltstar live zu erleben. Und wer bereit ist schon viele Stunden vor Konzertbeginn am Strand zu warten, kommt der Bühne auch einigermaßen nah.

 

Aber auch an der Copacabana gibt es natürlich VIP-Bereiche. Die werden in der Regel von Konzern und Unternehmen gemietet. Dort tummeln sich brasilianische Stars und Sternchen und transportieren die Botschaft der Marken unter die Fans. Wer hier dabei ist, zählt etwas im brasilianischen Showgeschäft.

 

Ein Konzert dieser Größenordnung ist natürlich auch eine logistische Kraftanstrengung. Zwei Millionen Menschen oder mehr an die Copacabana und wieder zurückzubringen erfordert ein funktionierendes und zuverlässiges Nahverkehrsnetz. Die „Cariocas“, wie die Einwohner Rio de Janeiros heißen, haben auch damit Erfahrung. Denn jedes Jahr Silvester gibt es ähnliche Massenbewegungen, wenn Millionen ganz in Weiß gekleidete Menschen an den Strand kommen, um das legendäre Feuerwerk zu sehen und das neue Jahr zu begrüßen. Und weit nach Mitternacht dann wieder nach Hause wollen.

 

 

 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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