Altacher Weg ins Cupfinale: diszipliniert, konsequent, nachhaltig

Sport

Wenn in der österreichischen Bundesliga über nachhaltige Entwicklung und strategische Weitsicht gesprochen wird, zählt der SCR Altach jede Saison zur Meistergruppe. Der Klub aus Vorarlberg hat sich mit klarer Linie, wirtschaftlicher Disziplin und konsequenten Investitionen im Oberhaus etabliert – und setzt nun mit dem erstmaligen Einzug ins Finale des ÖFB-Cup gegen den LASK ein sportliches Ausrufezeichen.

Der aktuelle Erfolg ist das vielleicht zweite ganz große Ausrufezeichen des Klubs im österreichischen Profifußball. Erstmals hat man 2016/’17 österreichweit für Aufsehen gesorgt. Unter Trainer Damir Canadi führte Altach lange Zeit die Tabelle an, wurde am Ende Vierter und qualifizierte sich für den Europacup. Das Cupfinale 2026 markiert nun das nächste Kapitel.

Altacher Prioritäten

Bemerkenswert ist der Altacher Weg. Während viele Klubs in erster Linie in den Kader investieren, hat Altach mit dem langjährigen Geschäftsführer Christoph Längle bewusst andere Prioritäten gesetzt – und dabei ein erhebliches Risiko in Kauf genommen. Rund 26 Millionen Euro flossen in die Infrastruktur, davon knapp 17 Millionen aus eigener Kraft. Geld, das im modernen Fußball ebenso gut kurzfristig in sportlichen Erfolg hätte investiert werden können. Stattdessen entschied man sich in Altach für nachhaltiges Wachstum – auch um den Preis gewaltiger sportlicher Unsicherheiten.

Tatsächlich bewegte sich der Klub in den vergangenen Jahren mehrfach am Limit. Ohne die Punkteteilung in der Bundesliga wäre Altach sportlich wohl zwei Mal abgestiegen – ausgerechnet jene Regelung, deren Abschaffung der Verein dennoch befürwortete. Ein Umstand, der die Haltung der Verantwortlichen unterstreicht: langfristige strukturelle Klarheit vor kurzfristigem Vorteil.

  Nach dem Scherer-Rücktritt: Vor diesen Herausforderungen steht der ÖSV

Parallel dazu wurde der Standort konsequent ausgebaut. Nach Stadionmodernisierung und Proficampus folgten der Nachwuchscampus – benannt nach Adi Hütter – sowie zuletzt das neue Business-Gebäude als Prunkstück des Klubs. Präsident Werner Gunz beschreibt die Idee dahinter: „Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, dass wir an eine Wachstumsgrenze gekommen sind. Und ich glaube, wenn man dauerhaft in der Bundesliga spielen will, braucht man ein wirtschaftliches Fundament. Und das soll dieses Gebäude bieten.“

Auf 3.600 Quadratmetern vereint der Neubau Hospitality, Spieltagsorganisation, Geschäftsstelle und Gesundheitsbereich. Herzstück ist ein Veranstaltungssaal für bis zu 1.000 Gäste mit spektakulärer 55-Meter-Fensterfront und Blick auf das Bergpanorama. Modernste Technik macht die Anlage auch abseits des Spielbetriebs zu einem attraktiven Standort für Business-Events – und damit zu einer Einnahmequelle.

Genau darin liegt die Perspektive des Klubs: Die bewusst zurückhaltenden Investitionen in den Kader der vergangenen Jahre sollen sich nun auszahlen. Mit steigenden Erlösen aus dem erweiterten Business-Bereich will Altach künftig auch sportlich neue Spielräume nutzen und den nächsten Entwicklungsschritt setzen. Zwei zusätzliche Trainingsplätze, die bis Frühjahr 2027 fertiggestellt werden sollen, sind bereits Teil dieser Planung.

Altacher Selbstvertrauen

Auf dem Platz wartet nun zunächst der größte Moment der Vereinsgeschichte. Am 1. Mai trifft Altach im Cupfinale in Klagenfurt auf den LASK. Die Rollen sind klar verteilt, doch die Vorarlberger reisen mit Selbstvertrauen und breiter Unterstützung an: 21.000 Karten sind verkauft, rund 4.000 Fans aus dem Ländle werden erwartet, darunter 800 in einem eigens organisierten Sonderzug, der um 5 Uhr früh aus Vorarlberg losfährt und um 21 Uhr aus Klagenfurt wieder Fahrt Richtung Heimat aufnimmt.

  Kaderplanung von Rapid: Warum der Wunschstürmer aus Dänemark kommt

Unabhängig vom Ausgang deutet in Altach vieles auf eine erfolgreiche Zukunft hin. Mit …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.