Beutel mit weißer Substanz gefunden: Ex-Bischof von Wien festgenommen

Politik

Der frühere Leiter des Außenamts des orthodoxen Moskauer Patriarchats, der russisch-orthodoxe Metropolit Hilarion (Alfejew) ist am Pfingstwochenende in Tschechien zusammen mit einer weiteren Person festgenommen worden. Das meldete Kathpress am Dienstag. Das Fahrzeug des Metropoliten wurde am Sonntagabend auf einer Autobahn westlich von Prag von der Polizei gestoppt. Bei der anschließenden Untersuchung wurden laut Polizei mehrere Beutel mit einer weißen Substanz gefunden.

Die Sprecherin der tschechischen Nationalen Drogenzentrale, Lucie Smoldasova, erklärte laut Medienberichten, dass der Einsatz aufgrund eines anonymen Hinweises erfolgt sei. Eine Laboranalyse soll nun klären, worum es sich bei der Substanz handelt. Bislang wurde niemand offiziell angeklagt. Metropolit Hilarion selbst weist sämtliche Vorwürfe zurück.

Über seinen Telegram-Kanal ließ der Geistliche mitteilen, er habe „nie irgendeine Verbindung zum illegalen Handel mit Betäubungsmitteln gehabt“. Zugleich sprach er von einer „Provokation“ und verlangte eine „vollständige, unabhängige und rechtsstaatlich einwandfreie Untersuchung“. Sein Anwalt erhob schwere Vorwürfe gegen das Vorgehen der Polizei und sprach von möglichen Verstößen gegen Verfahrensregeln. Demnach sei der Metropolit während der Durchsuchung von seinem Fahrzeug getrennt worden und habe den Einsatz nicht beobachten können. Zudem fehlten nach Darstellung der Verteidigung Zeugen sowie eine Videoaufzeichnung der Durchsuchung.

Moskau sieht „inszenierte Anschuldigungen“

Der Fall löste auch diplomatische Reaktionen aus. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete die Vorwürfe als „gezielte und inszenierte Anschuldigungen“, die darauf abzielten, den Metropoliten sowie die orthodoxe Kirche zu diskreditieren. Moskau bestellte auch den tschechischen Botschafter ein. Seinem Stellvertreter im russischen Außenministerium am Dienstag eine Protestnote überreicht, meldete die tschechische Nachrichtenagentur CTK.

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Hilarion, der von 2003 bis 2009 auch Bischof von Wien und Österreich war, galt lange Zeit als einer der einflussreichsten Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche und zeitweise sogar als möglicher Nachfolger von Patriarch Kirill. 2022 wurde er überraschend und ohne Angaben von Gründen von der Leitung des Außenamtes des Moskauer Patriarchats abgezogen und wechselte in die russisch-orthodoxe Eparchie Budapest-Ungarn.

Nach Vorwürfen, die von sexuellen Übergriffen auf einen Assistenten bis zu einem unangemessenen Leben im Luxus und dem selbstherrlichen Umgang mit Spendengeldern reichten, wurde der Metropolit Ende 2024 als Leiter der Eparchie Ungarn abgesetzt und in den Ruhestand versetzt. Als Dienstort wies man ihm eine orthodoxe Kirche in Karlsbad (Karlovy Vary) in Tschechien zu. Der Metropolit ist auch in Tschechien seit längerem Thema kontroverser Berichterstattung. Besonders die Zeitung „Denik N“ veröffentlichte umfangreiche Recherchen über mutmaßliche Kontakte Hilarions zum russischen Geheimdienst.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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