Wehrdienst-Debatte: „Die friedlichen Zeiten sind vorbei“

Politik

Mit einem dringenden Appell haben sich Vertreter von Miliz, Rotem Kreuz und Zivilgesellschaft an die Öffentlichkeit gewendet. Sie wollen Wehr- und Zivildienst verlängern – und notfalls über die Wähler Druck machen. In der ZiB2 war dazu Erich Cibulka, Präsident der Offiziersgesellschaft, zu Gast. Er drängt auf eine rasche Umsetzung des sogenannten 8‑plus‑2‑Modells und verweist auf die internationale Sicherheitslage.

Cibulka: „Friedliche Zeiten sind vorbei“

„Das hängt mit der geopolitischen Lage zusammen“, sagte Cibulka mit Blick auf die Frage, warum die Entscheidung noch heuer fallen müsse. Angesichts der aktuellen Konflikte erklärte er: „Die friedlichen Zeiten sind offensichtlich vorbei.“ Die Welt sei „aus den Fugen geraten“, niemand könne ernsthaft erwarten, dass rasch wieder stabile Verhältnisse wie früher eintreten.

Daher liege es in der Verantwortung der Politik, „zum Schutz der Bevölkerung höchstmögliche Vorsorgen zu treffen“. Wenn militärische Experten massive Vorsorgemaßnahmen für notwendig hielten, müsse man das ernst nehmen.

Längerer Dienst, gleiche Ausbildung

Dass der Grundwehrdienst künftig länger dauern soll als im Kalten Krieg, begründete Cibulka mit veränderten Rahmenbedingungen. Die Wochenarbeitszeiten hätten sich deutlich reduziert, der Dienstbetrieb sei heute „sehr viel geordneter“. Um dennoch denselben Ausbildungserfolg zu erzielen, brauche es mehr Zeit.

Aus militärischer Sicht gehe es darum, einen „höchstmöglichen Ausbildungsstand“ zu erreichen. Das Heer müsse personell und materiell so aufgestellt sein, dass es „rasch reaktionsfähig, durchhaltefähig und auch eben in der Lage“ sei, im Ernstfall zu bestehen. Dabei müsse man auch „ins Kalkül ziehen“, dass eine höhere Belastung für junge Männer mit besserer Ausbildung einhergehe.

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„Kompletter Denkfehler“

Ein längerer Grundwehrdienst würde laut Cibulka auch das Problem der vielen sogenannten Systemerhalter entschärfen. Bei längerer Dienstdauer würden weniger Soldaten für Hilfstätigkeiten benötigt, mehr könnten militärisch ausgebildet werden.

Die Kritik an den Kosten wies er klar zurück. „Das ist ein kompletter Denkfehler“, sagte Cibulka. Ein nicht funktionierendes Militär komme im Ernstfall wesentlich teurer. Sicherheit sei die Grundlage von Wohlstand, „denn nur auf der Basis friedlicher Verhältnisse ist überhaupt Wohlstand und wirtschaftliche Tätigkeit möglich“.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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