Zinsanstieg wird immer größere Belastung für Staatshaushalt und Kreditnehmer

Wirtschaft

Nicht nur Sparer und Kreditnehmer müssen sich über die Jahre mit dem Auf und Ab der Zinsen herumschlagen. Auch die leichtere oder eben schwierigere Finanzierung der Staatsschulden hängt maßgeblich von der jeweiligen Zinssituation ab. Die in den vergangenen Jahren wieder kräftig gestiegenen Zinsen haben es für die Republik Schritt für Schritt teurer gemacht, immer neue Defizite zu finanzieren.

Jahrelang profitierte Österreich von der Niedrigzinsphase. Trotz steigender Staatsschulden blieben die Kosten für deren Finanzierung daher überschaubar. Diese Zeit ist nun vorbei.

Wie eine Auswertung der Agenda Austria zeigt, steigen die Zinszahlungen des Staates wieder deutlich an.

Nachdem sie zwischen 2014 und 2022 von rund acht auf gut vier Milliarden Euro gesunken waren, kehren sie nun auf ein Niveau zurück, das zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt erreicht wurde. Für 2025 werden bereits Zinszahlungen von mehr als acht Milliarden Euro erwartet. Ab 2026 dürfte sich dieser Trend laut Prognosen sogar noch beschleunigen.

Der Grund dafür liegt in den stark gestiegenen Zinsen der vergangenen Jahre. Neue Schulden und auslaufende Anleihen müssen nun zu deutlich höheren Konditionen refinanziert werden. Das belastet den Staatshaushalt zusätzlich und schränkt den finanziellen Spielraum für andere Ausgaben ein.

Agenda-Austria-Ökonom Dénes Kucsera warnt vor einer Verharmlosung der Entwicklung: „Die Jahre des Gratisgeldes sind vorbei. Jeder zusätzliche Euro an Zinszahlungen fehlt bei Investitionen in Schulen, Infrastruktur oder Entlastungen. Neue Schulden werden längst nicht mehr erst morgen teuer, sie schlagen zunehmend schon heute im Budget zu Buche.“

Dass sich die Situation bald entspannen wird, ist auszuschließen. Der Grund liegt in der steigenden Inflation infolge des Iran-Krieges und der Sperre der Straße von Hormus. Um die Teuerung einzubremsen, dürfte die EZB auf ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag die Zinsen wieder anheben. Davon gehen nicht nur Finanzmarkt-Experten aus, das haben auch EZB-Ratsmitglieder wie Österreichs Gouverneur Martin Kocher angedeutet.

  SpaceX-Börsengang: Milliardenwette auf Mars, Mond und Mobilfunk

Wenn die Zinsen also wie erwartet um einen Viertelprozentpunkt auf 2,25 Prozent angehoben werden, endet eine lange Phase mit konstanten Zinsen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 und dem damaligen Energiepreisschock ging es mit den Leitzinsen bis auf 4 Prozent im Jahr 2024 hinauf. Dann sanken die Leitzinsen wieder, seit Sommer 2025 sind sie konstant bei 2,0 Prozent.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.