Konrad Laimer über sich selbst: „Wie kann man nur so deppert sein?“

Sport

„Wie kann man nur so deppert sein und im letzten Testspiel vor der WM eine Rote Karte kriegen.“ Als die TV-Kameras am Sonntagnachmittag in Santa Barbara ausgeschaltet waren und Konrad Laimer trotzdem noch für ein paar Fragen für schreibende Journalisten zur Verfügung stand, da wurde der Bayern-Star noch lockerer, als er derzeit ohnehin schon ist. Doch es sind die Momente, die man bei ihm suchen oder mit gezielten Fragen auch ein wenig provozieren muss.

In dem Fall war es die Frage, was er sich im Moment seines Ausschlusses im letzten WM-Test gegen Tunesien in Wien vor einer Woche (1:0) gedacht habe oder ob er gleich gewusst habe, dass er beim WM-Auftakt gegen Jordanien nicht gesperrt sein würde. Er wusste es nicht.

Sonst aber weiß Konrad Laimer recht viel. Vor allem weiß er fast immer, was er sagt und tut. Das ist so eine Eigenschaft, die ihn zu einer Art liebster Schwiegersohn oder im Fußball eben zum perfekten Teamplayer macht.

Konrad Laimer denkt nicht an sich. Er denkt an die Mannschaft. Selbst wenn man ihn nach persönlichen Zielen für die bevorstehende Weltmeisterschaft fragt, spricht er über sein Team. „Ich bin halt so als Typ. Ich stelle mich immer in den Dienst der Mannschaft und was ich sage, das meine ich auch so“, sagt er.

Was wäre eine gelungene WM?

Und Konrad Laimer wäre nicht Konrad Laimer, würde er sportliche Dinge nicht stets nüchtern einordnen. „Wenn wir unsere Leistung so bringen, wie wir es in den letzten Jahren getan haben (…), dann bin ich happy“, sagt er auf die Frage, was bei der WM passieren müsse, damit es eine gelungene wird. An Ereignissen wie etwa dem Erreichen eines Achtel- oder Viertelfinales will er sich nicht messen lassen.

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Große Sprüche sind seine Sache nicht. Ob es schwierig sei, dass man bei dieser WM einmal um 12 Uhr mittags spielt und beim nächsten Mal wieder um 21 Uhr? „Für den Gegner ist das genau das gleiche“, sagt er. Angepasst oder gar fad würden ihn jene nennen, die lieber Toni Polster oder Marko Arnautovic zuhören. 

Und tatsächlich ist Laimer auch in fußballerischen Belangen ein Widerpart zu diesen Typen. Taktisch diszipliniert und gründlich ausgebildet in einer der österreichischen Fußballakademien. Niemals würde er auf dem Fußballplatz aus der Reihe tanzen und vielleicht gar den Erfolg des Teams aufs Spiel setzen.

Wen man nicht ersetzen kann

Lieber als über sich selbst spricht er über andere. Über Pechvogel Christoph Baumgartner, der die WM verpassen wird, sagt Laimer: „Baumi kann man nicht ersetzen, wir werden ihn das ganze Turnier über vermissen.“

Dabei wäre es ganz sicher auch so, würde Konrad Laimer selbst ausfallen. Er, der gerne mehr läuft als andere und das auch in der vergangenen Saison getan hat. 55 Spiele hat er bestritten und damit die meisten aller Österreicher. In den Knochen stecke ihm aber nichts davon. „Das ist komplett vergessen, weil die Vorfreude so groß ist. Wir sind fit, wir haben Spaß, ich hätte 97 Spiele machen können und würde mich genauso frisch fühlen.“

Auch dieses Mindset macht Laimer zu einem Trainerliebling. Mit ihm bringt man eine besondere Gabe …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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