ORF-Chefin Thurnher irritiert über Streit zwischen Totzauer und Zierhut-Kunz

Kultur

Es geht bei der Kür der neuen Generaldirektion um viel für und im ORF. Vor allem auch für exponierte Mitarbeiterinnen. Erstaunlich offensiv gingen bei den bisherigen Kandidaten-Diskussionen im Privatfernsehen ORF-TV-Magazin-Chefin Lisa Totzauer und die kaufmännische ORFIII-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz einander an. Davon zeigte sich ORF-Chefin Ingrid Thurnher ebenso irritiert wie mancher im Stuftungsrat. 

Die erste Attacke hatte Totzauer bei Puls4 gesetzt, weil ORFIII zum wiederholten Mal in seiner Geschichte wegen Produktionskostenzuschüssen in der Kritik steht. Wenn jemand der Glaubwürdigkeit des Unternehmens schade, habe er „ausgedient“, erklärte sie. Diesmal zielt die Kritik auf angekaufte Dokus, die Produzenten fremd- und damit billig finanzierten. Diese wurden aber von der Redaktion okay gegeben. 

Duell um die berufliche ORF-Existenz

„100.000 Prozent ordnungsgemäß und rechtmäßig“ abgelaufen sei die Abwicklung, seit sie in ihrer ORFIII-Funktion ist, erklärte tagsdarauf Zierhut-Kunz bei oe24. Sie sprach von „Diskreditierung“, „weil man bei mir scheinbar nichts anderes findet.“ Und bescheinigte Totzauer: „Mit dem Rechtemanagement des ORF, mit dem hast ja du weniger zu tun […] Schuster bleib bei deinen Leisten.“ Und: „Der eine sollte sich um die Quoten von seinen Sendungen kümmern und ich kümmere mich darum, dass bei mir alles rechtlich abgeht.“

Dem Vernehmen nach soll ORF-Chefin Ingrid Thurnher über diese Form der Abendunterhaltung „not amused“ gewesen sein und an beide wegen ihrer Auftritte Rüffel verteilt haben.  

Sowohl für Magazin-Chefin Totzauer als auch ORFIII-Co-Geschäftsführerin  Zierhut-Kunz geht es derzeit um die berufliche Existenz. In vielen Kandidaten-Konzepten steht ORFIII, das eine eigene Firma ist, als Beispiel für Doppelstrukturen, die aufgelöst gehören. Auch die Position einer eigenen Magazin-Chefredaktion wird da und dort bereits hinterfragt, zumal Sendungen wie der „Report“ Probleme haben. 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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