Warum England weiter kommen wird als die Deutschen trotz Undav

Sport

1994 habe ich mich mit Norwegen für die WM in den USA qualifiziert. Es sollte die erste Teilnahme meiner Heimat seit dem Jahr 1938 sein.

Deswegen war es während meiner Kindheit ganz normal, sich nicht norwegische, sondern internationale Vorbilder und Lieblingsteams zu suchen. In meinem Fall waren das die Nationalteams von England und von Deutschland.

Das kam so: Das erste Spiel, das ich als Siebenjähriger bewusst mitbekommen habe, war das gewonnene WM-Finale der BRD gegen die Niederländer 1974. Das hat bei mir mächtig Eindruck hinterlassen.

Englische Spiele im norwegischen TV 

Und dann hatten wir jeden Samstag um 16 Uhr einen Fixpunkt: Ein Spiel aus England live im norwegischen TV.

Deswegen sind so viele Norweger meiner Generation Fans englischer Klubs, in meinem Fall war es Leeds United. Als Leeds im Europacup als bessere Mannschaft gegen die Bayern verloren hat, wusste ich schon damals, was später Gary Lineker aussprach: „Und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“

Dass ich dann als Stürmer von Rapid nach England und später nach Frankfurt in die Bundesliga wechseln konnte, sehe ich als perfekte Mischung von Glück und Können.

Für diese WM möchte ich eine Prognose wagen: England wird am Ende erfolgreicher sein als die Deutschen.

Das mag die Leser nach dem müden 0:0 der Engländer (mit den diesmal auffallend schwachen Flügelstürmern Gordon und Madueke) gegen Ghana überraschen, liegt für mich aber am Teamchef: Thomas Tuchel sehe ich als Glücksfall für die „Three Lions“.

Dumme Trainer-Aussagen

Julian Nagelsmann hat mit seinem Führungsstil hingegen enttäuscht. Okay, Manuel Neuer ist noch der Beste und soll deswegen spielen, aber dieser Wechsel war von schlechter Kommunikationsstrategie begleitet – ganz ohne Eleganz.

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Und dann kommen noch die dummen Aussagen von Nagelsmann über Deniz Undav hinzu. Man muss kein Fußballlehrer sein, um zu sehen, dass der 29-Jährige der einzige Goalgetter mit deutschem Reisepass ist.

Beim Treffer zum 2:1 gegen die Ivorer hat mich der Stuttgart-Stürmer an Gerd Müller erinnert: Sein ganzer Körper war auf den Torerfolg fokussiert.

Ein Blick in die Historie zeigt, dass es neben den üblichen Superstars auch Könner gegeben hat, die während des Turniers explodiert sind: Schillaci bei der WM 1990, Poborsky mit den Tschechen bei der EM 1996.

Undav kann so ein Kaliber sein – und nebenbei Nagelsmann, der ihn bislang partout nicht als Neuner von Beginn an aufstellen will, retten.

Aber ganz am Ende der WM werden diesmal nicht die Deutschen gewinnen.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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