Flugabwehr für Österreich: Rheinmetall will pünktlich liefern

Politik

Trotz voller Auftragsbücher und stark wachsendem Geschäft beim deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall soll die Lieferung bestellter Fliegerabwehrsysteme fristgerecht in Österreich ankommen. „Wir sind im Zeitplan“, sagte der CEO der Rheinmetall Air Defence, Oliver Dürr, bei einem Werksbesuch in Zürich gegenüber Journalisten. Die modernisierten österreichischen 35-mm-Zwillingsfliegerabwehrkanonen werde Rheinmetall Österreich ab dem 4. Quartal vertragsgemäß übergeben.

Auf dem Geschütz wird kein Soldat mehr sitzen, der Schuss wird von einem Container aus ausgelöst. Die ersten Exemplare des kanonenbasierten Flugabwehrturms Skyranger sollen wie geplant 2027 geliefert werden. Die fristgerechte Lieferung sei „eine Herausforderung“, gab der Firmenchef zu. Hier gebe es viele Neuentwicklungen, wie zum Beispiel eine Nachladeautomatik, die gemeinsam mit dem österreichischen Bundesheer entwickelt wurde. „Im Moment“ sei man aber noch im Zeitplan, betonte Dürr.

Rüstungskonzern stark am Wachsen

Rheinmetall Air Defence sei „stark am Wachsen“. Letztes Jahr habe es rund 1,5-Milliarden-Euro-Aufträge gegeben und fast 1 Milliarde Umsatz. Dieses Jahr soll es 1 Milliarde Umsatz und zwischen 3 und 5 Milliarden Auftragseingang werden, sagte Dürr. Damit verbunden seien „Schmerzthemen“, die dazu kommen, „wenn man so schnell wächst“. Jedes Monat würden 50 bis 60 Mitarbeiter angeworben. Zudem müssten die Systeme „jede Woche intelligenter werden“. So müssten etwa laufend neue Sensoren integriert werden. „Wir arbeiten hier hart an der technologischen Grenze.“

„Wir sind von einem Nischenanbieter zu einem Serienlieferanten geworden“, meinte Dürr. Tagtäglich kämen Kunden, die sich für ihre Produkte interessieren. Dem Bedarf nachzukommen, sei „eine große Herausforderung“. Das Unternehmen plant, 400 Skyranger pro Jahr auf drei Standorten zu produzieren: in Zürich, Neuss und Rom. Diese Produktionssteigerung sei beinahe schon „abartig“, so Dürr. „Das ist der Faktor hoch zehn, zu dem, was wir heute tun.“

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Österreich als erster Unterzeichner

Dass es angesichts der Auftragslage zu Engpässen bei Munition oder sonstigen Problemen für Österreich kommen könnte, erwartet Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) nicht. Österreich ist das erste Land, das einen Vertrag über den Kauf von Skyrangern abgeschlossen hat. Tanner, die im Werk im Züricher Stadtteil Oerlikon auch mit ihrem Schweizer Amtskollegen zusammentraf, zeigte sich ob dessen „stolz“. Sie sei überzeugt, dass es die „richtige Entscheidung“ war. Dürr sagte, die Lieferung folge dem Prinzip „First come, first served“.

Der Firmenchef hofft gleichzeitig auf eine Änderung des Rüstungsgesetzes in der Schweiz, das derzeit noch starke Einschränkungen beim Export von Waffen vorsieht. Sollte eine Volksabstimmung, die im November angesetzt ist, keine Lockerung bringen, wäre das Werk in Zürich aber nicht in Gefahr. Das würde nur „mehr Geschäft“ für die Standorte in Deutschland und Italien bringen.

36 Skyranger „erst der Beginn“

Der Rüstungsdirektor des Bundesheers, Harald Vodosek, erklärte, dass die 36 Skyranger „erst der Beginn“ seien. Er könne sich die Bestellung der doppelten Menge vorstellen, sagte er bei der Werksbesichtigung. Denn es gehe um dauerhafte Abschreckung. Die mobilen Skyranger, die auf neuen „Pandur“-Radpanzern montiert werden, dienen vor allem dem Schutz österreichischer Soldaten etwa vor Drohnenangriffen. Sie würden voraussichtlich stationiert bei der 7. Brigade in Klagenfurt, bei der 6. Brigade in Absam, bei der 3. Brigade in Mautern und der 4. Brigade in Linz-Hörsching, erklärte der Generalleutnant. Sollte es aber die Bedrohungslage erfordern, könnten die Skyranger etwa auch um das österreichische Parlament gestellt …read more

Source:: Kurier.at – Politik

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