Eklat mit Trump: Italien will seine Provokationen nun ignorieren

Politik

Italien will laut Außenminister Antonio Tajani künftig nicht mehr auf provokative Äußerungen von US-Präsident Donald Trump Richtung des Landes bzw. Regierungsvertretern reagieren. „Es spricht für sich selbst. Wir haben einen Präsidenten der USA, der Provokationen liebt, besonders in den sozialen Medien. Wir haben beschlossen, auf solche Äußerungen nicht mehr zu antworten, um keine Spannungen unter Verbündeten zu verstärken“, sagte Tajani der Zeitung La Stampa.

Die Stabilität der transatlantischen Beziehungen gehe weit über einzelne Beiträge in sozialen Netzwerken oder zugespitzte Formulierungen hinaus, betonte der Minister. „Wir sind und bleiben Freunde der Vereinigten Staaten als strategischem Partner Italiens und Europas. Das waren wir unter allen US-Präsidenten“, erklärte der Außenminister, der auch den Posten des Vizepremiers bekleidet. Italien handle in diesem Sinne und im Interesse dessen, was „das Wertvollste“ sei und zwar die Einheit des Westens.

Dialog mit US-Außenminister Marco Rubio

Nach Ansicht Tajanis sollten nicht Worte, sondern konkrete Maßnahmen im Mittelpunkt des Verhältnisses stehen. „Der Westen steht für Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und auch für Multilateralismus. Die Arbeit der europäischen und amerikanischen Diplomatie weicht in der Praxis nicht von diesen Grundwerten ab“, betonte Tajani. Als Beispiel verwies der Minister auf den weiterhin bestehenden Dialog mit US-Außenminister Marco Rubio. Dieser sei nie unterbrochen worden.

Tajani äußerte zudem die Hoffnung, dass das Bündnis NATO durch den Gipfel in Ankara gestärkt werde. „Geschichte und Traditionen werden nicht durch eine vorübergehende Erklärung ausgelöscht“, sagte er. Die NATO sei nicht nur ein Militärbündnis, sondern auch ein Netzwerk politischer, menschlicher und wirtschaftlicher Beziehungen – ein Bündnis zwischen Völkern.

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Mit Blick auf die Verteidigungsausgaben erklärte Tajani, Italien liege bei der Erreichung der vereinbarten Ziele bereits vor dem Zeitplan. Die Ausgaben für Verteidigung entsprächen derzeit 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für Europa werde eine eigenständige Verteidigungsfähigkeit „immer dringlicher“, sagte der Minister.

Italiens rechte Regierungschefin Giorgia Meloni hatte die längste Zeit als DIE „Trump-Versteherin“ in Europa gegolten. Zuletzt brüskierte Trump Meloni aber in den sozialen Medien. Hintergrund des Streits dürfte aus der Sicht Trumps mangelnde Unterstützung im Krieg gegen den Iran sein.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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