Aufderrappeln, Vorbeiblatteln, aber niemals Nazi statt Nati!

Sport

Kaum eine Fußballsprache – abgesehen vielleicht von der österreichischen mit Gurkerl, Gaberl, Reiberl, Tupferl oder Ferscherl – rührt so sehr wie die Schweizerische! Eine herbe Niederlage gilt dort nicht als Schrauf’n, sondern als …

… Stängeli, während der Ersatzspieler als Bänkliwärmer so vor sich hin dämmert.

Die Nationalmannschaft der Eidgenossen heißt liebevoll Nati, was man allerdings keineswegs wie den Vati von der Kathi, sondern NAZI ausspricht. Das geht Kommentatoren deutscher und österreichischer Zunge freilich kaum jemals über die Lippen. Von ORF bis Servus TV, also von Bernhard Stöhr – der „das“ Kommentar für lässlich hält – bis Philipp Krummholz ist da offenbar eine historische Diktionssperre wirksam.

Das Glück der neuen Elf der Schweizer („Neo-Nazi?“)

mit dem verdienten Vordringen in höchste Sphären gerät zum Pech der unwissenden, dafür beharrlichen Verweigerer korrekter Aussprachen – mit breiter Brust, wie sie in selbigem Ton ihrer Überzeugung zum Schlechten geben.

Das wahre Gesicht

Eines kann man unseren Experten gar schriftlich geben: „Die Boulevard-Presse spitzt bereits ihre Kugelschreiber“, wie Helge Payer angesichts drohenden englischen Ungemachs befürchtete – Dank an den bleistiftbewaffneten KURIER-Kollegen Peter Karlik, der schmunzelnd mitschrieb.

Bis ein heimischer Coach bei AC Milan unterschrieb, so eine deftige Agenturmeldung, würde „noch viel Wasser den Po hinunterfließen“, was an einen Aufreger erinnert, als die Rapid-Legende August Starek einst die Hose vor den Zuschauerrängen herunterzog und damit „sein wahres Gesicht zeigte“.

Sehr lustig auch, dass es mit dem bei Benfica spielenden Kolumbianer Richard Rios einen „Staubsauer mit Ausstiegsklausel“ gibt. Klingt frappant nach dem Rückgaberecht für ein Haushaltsgerät. Wohltuend, wenn in all dem piefkonischen Einheitsbrei ein paar Bröckerln unverfäschter Fußballkost verabreicht werden. Also, wenn Jan-Age Fjörtoft sagt: „Das Tor hätte auch meine Großmutter geschossen!“ und im selben Atemzug eingesteht: „Ja, aber meine Großmutter wäre NIE da gestanden!“

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Tröstlich ferner, wenn es bei Dietmar Wolff und Roman Mählich (ORF) heißt, ein übel gefoulter Kicker habe sich „aufderrappelt“, ehe er den Ball „vorbeigeblattelt“ hat. Weniger erhellend, dass ein in sturer Taktik erstarrtes Match zum „Hochgeschwindigkeitsschach“ verulkt wird. Das schnelle königliche Spiel heißt Blitzschach und ist keineswegs von Langeweile geprägt. Ein Hundskick, so befand bereits ein Reporter vor Jahrzehnten, offenbart sich dadurch, dass „der Fußball mit Füßen getreten wurde“.

Der beste Spitzname

Der kapverdische Oldie zwischen den Pfosten, Vozinha, heißt eigentlich Josimar José Évora Dias, aber man ruft ihn „Großmütterchen“, weil er als Waisenknabe bei seiner Oma aufwuchs.

Das ruft einen der ersten Brasilianer in Österreich in Erinnerung: Waldemar Graziano kam (in den 1960ern) als Jacaré zur Wiener Austria. Jacaré hieß Krokodil. Er hatte nämlich als Bub an der Copacabana Schuhe mit auf- und zuklappenden Sohlen!

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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