Wirbel um Mega-Rechenzentrum von Google in Oberösterreich

Wirtschaft

Es könnte zweieinhalb mal so groß wie ursprünglich geplant und somit einer der größten Standorte des US-Technologieriesen Google werden: Die Rede ist vom bereits länger geplanten Rechenzentrum in Kronstorf in Oberösterreich (Linz-Land). Laut Medienberichten wurden weitere Ausbaustufen bei Gemeinde und Bezirkshauptmannschaft zur Genehmigung eingereicht. Google gab dazu kein Statement ab.

Spatenstich Ende April

Erst Ende April erfolgte nach 18 Jahren Planung der Spatenstich für ein Datencenter, die Eröffnung ist 2027 geplant. Google will dort 100 Arbeitsplätze schaffen. Beim Spatenstich war von einer Maximalkapazität beim Strombedarf von 150 Megawatt die Rede. Nun sollen die neu eingereichten Pläne das gesamte 50-Hektar-Areal umfassen. Kolportiert wird ein Investment in Milliardenhöhe. Der Jahresstromverbrauch dürfte im Endausbau bei rund 1,5 bis 2 Terawattstunden liegen. Zum Vergleich: Im Mai verbrauchten Endkunden in ganz Österreich 5,16 TWh.

Von Google selbst heißt es, ein etwaiger Endausbau hätte eine Maximalkapazität von 500 Megawatt. Weitere Fragen zu den Eckdaten des Projektes, Jahresstromverbrauch, zu erwartenden Arbeitsplätzen oder Investitionssumme wurden nicht genannt. „Die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen steigt, daher muss auch die Infrastruktur ausgebaut werden. Aktuell haben wir keinen Zeitplan für weitere Neuigkeiten“, hieß es auf APA-Anfrage.

Polit-Aufregung in Oberösterreich

In Oberösterreich sorgen die Neuigkeiten für Wirbel in der Landespolitik. Der grüne Landesrat Stefan Kaineder kritisierte den Bodenverbrauch in „fruchtbarstem Ackerland“ und verwies darauf, dass Rechenzentren nicht in den Anwendungsbereich des UVP-Gesetzes fallen. „Das halte ich für problematisch. Es liegen der UVP-Behörde (die zu seinem Ressort gehört, Anm.) auch keine offiziellen Informationen zum Projekt vor“, sagte Kaineder und forderte, „dass die Umweltauswirkungen dieses Projektes ganz genau geprüft werden“ sowie „die Bevölkerung endlich transparent informiert“ werde. 

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SPÖ-Landesrat Martin Winkler nannte das Projekt zwar „eine große wirtschaftliche Chance für Oberösterreich“, doch dürfe dadurch die Stromversorgung der Bevölkerung und der bestehenden Betriebe nicht gefährdet werden. Die Umweltschutzorganisation WWF fordert strenge Umweltauflagen, denn „es handelt sich schließlich um eines der größten Boden- und Energiefresser-Projekte des Landes“, so WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. Greenpeace sieht im Projekt einen „Frontalangriff auf Klimaziele und Versorgungssicherheit.“

Kundgebung geplant

Die „Bürger:inneninitiative Rechenzentrum Kronstorf“ kündigte für den 17. Juli um 15 Uhr eine Kundgebung an der Baustelle an. Gefordert werden unter anderem die „bedingungslose Offenlegung aller Verträge und Deals zwischen Politik und Tech-Konzernen ab dem ersten Tag sowie ehrliche Gesamtprüfungen zu Lärm, Verkehr und Netzsicherheit“ sowie Schutz vor Lärm und Auswirkungen durch Abwärme. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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