Trotz Dürre-Krise: Wie dieser Bauer seine Ernte rettet

Wirtschaft

Landwirt Hans Gnauer macht auf seinem Acker einiges anders als viele seiner Kollegen. Immer im Fokus: Ein gesunder Boden. Wenn er seinen Weizen ausbringt, platziert er das Saatgut durch einen kleinen Schlitz in der Oberfläche. 

Ansonsten verzichtet der Bauer aus Grübern (NÖ) im Bezirk Hollabrunn auf die Bodenbearbeitung. Er achtet auf Artenreichtum und hält eine bestimmte Fruchtfolge ein. Auch Erde ist auf seinen Feldern kaum zu sehen, denn die Oberfläche ist dauerhaft mit Pflanzen oder Ernterückständen bedeckt, um den Boden zu schützen.

Gnauer ist ein Verfechter der regenerativen Landwirtschaft. Diese kombiniere Elemente aus der konventionellen und der Bio-Landwirtschaft. „Das Beste aus beiden Welten“, sagt Gnauer dem KURIER. Das Ziel sei es, natürliche Prozesse nachzuahmen und der Natur „die Kraft zu geben, sich selbst zu wehren“, so Gnauer. 

Österreichischer Weizen befindet sich aktuell in der Notreife

Das sei vor allem wegen der Folgen des Klimawandels zunehmend wichtig. Denn Hitzewellen und Dürre bedrohten im heurigen Frühling nicht das erste Mal die Ernte der Landwirte. Aktuell befindet sich der Weizen vielerorts in der sogenannten Notreife, bei der er verfrüht geerntet werden muss – meist mit geringeren Erträgen.

Gnauer bereiten Dürre und Starkregen weniger Sorgen als anderen Bauern. Sein Boden nehme Wasser rasch auf und speichere es „wie ein Schwamm“. Auch durch das natürliche Kanalsystem – etwa durch abgestorbene Pflanzenwurzeln oder die Gänge von Regenwürmern – fließt Wasser schnell ab, statt die Oberfläche wegzuschwemmen.

Studien zufolge können regenerativ bewirtschaftete Flächen um bis zu 30 Prozent mehr Wasser speichern als konventionelle Felder. Und durch die schützende Pflanzen- und Mulchschicht am Acker verdunstet das Wasser auch bei großer Hitze langsamer. 

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Regenerative Landwirtschaft steht in Österreich noch am Anfang

Trotz der Vorteile befinde sich die regenerative Landwirtschaft hierzulande noch in den Kinderschuhen. Bei den meisten scheitere es am Finanziellen. „Man muss in dieses System investieren“, erklärt Gnauer, „aber leider ist das Geld in der Landwirtschaft sehr knapp.“ Er selbst hat vor sieben Jahren angefangen, seine Felder nach regenerativen Standards zu bearbeiten. Die Anfangszeit sei teuer: „Man muss mit 20 bis 30 Prozent höheren Kosten pro Jahr rechnen – und das für einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren.“

Finanzielle Unterstützung erhalten die heimischen Bauern von einzelnen Umweltprogrammen, etwa für den Einsatz von Zwischenfrüchten. Gnauer spricht von 100 bis 200 Euro pro Hektar. Im Handel können Landwirte keine höheren Preise verlangen als für konventionelle Produkte, weil die regenerative Bewirtschaftung anders als etwa Bio nicht kontrolliert und zertifiziert wird. Deswegen würden nur ein paar Hundert Bauern in Österreich auf die alternativen Methoden setzen.

In Südamerika ist die schonende Bewirtschaftung weiter verbreitet

Ihre Vorbilder seien Betriebe in südlicheren Ländern. „Die Kollegen dort haben die Probleme schon länger“, sagt Gnauer. In vielen südamerikanischen Ländern würden bereits mehr als 35 Prozent der Felder regenerativ bewirtschaftet. Viele landwirtschaftliche Kulturen geraten dort wegen des Klimawandels vermehrt unter Druck – etwa Kaffee: Besonders die Arabica-Sorten, die weltweit am häufigsten angebaut werden, seien empfindlich, wenn es um Temperaturschwankungen geht.

„Durch den Klimawandel könnte es sein, dass 50 Prozent der aktuellen Arabica-Flächen in Zukunft verloren gehen. Das hat Auswirkungen auf die Menge und damit auf den Preis“, erklärt Marianne …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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