Superstars und Skandale: Die WM-Zwischenbilanz vor der Finalwoche

Sport

Die 23. Fußball-Weltmeisterschaft biegt in die Zielgerade ein. In einer Woche weiß man, wer den Pokal in New Jersey in die Luft stemmen wird. 

Was ist positiv aufgefallen? Was hingegen war unnötig? Der KURIER zieht Bilanz.

Das war Top

Stars: Die ganz Großen lieferten ab. Seien es Lionel Messi, Kylian Mbappe oder Erling Haaland und Harry Kane, die in der Nacht auf Sonntag gegeneinander gespielt haben. Die WM 2026 ist die WM der Superstars.

Fans: Vorbei sind die Zeiten von 1994, als die amerikanischen Fußballfans bei den weiten Tormannausschüssen am lautesten gejubelt haben. Die Stadien sind voll, die Stimmung ist gut, Gewalt ist kein Thema. Die meisten Herzen erobert haben die Fans aus Schottland, rund 30.000 sollen über den Atlantik gereist sein und haben in Boston laut aber friedlich die Pubs leer getrunken. Die Party war nach der Vorrunde allerdings vorbei.

Stadien: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat neue Maßstäbe gesetzt. Die Spielorte sind Fußball-Tempel. Österreichische Fans fühlten sich in einen Fantasy-Film versetzt, als sie in der futuristischen Mega-Arena in Los Angeles die Partie gegen Spanien sahen.

Österreichs Comeback: Über das Abschneiden des ÖFB-Teams (Aus im Sechzehntelfinale gegen Spanien) kann man geteilter Meinung sein. Das Tor von Sasa Kalajdzic in der 96. Minute zum 3:3 gegen Algerien wird aber zweifellos in die österreichische Fußballgeschichte eingehen. Bist du deppat!

Kap Verde: Vor der WM war Kap Verde den meisten Menschen maximal als Urlaubsdestination bekannt. Doch vom ersten Spiel weg haben sich die Insel-Kicker in die Herzen der Fans gespielt. Von Kult-Keeper Vozinha, der das 0:0 gegen Spanien festhielt bis Sidny Cabral, der gegen Argentinien in der Verlängerung per Traumtor traf – Kap Verde wurde vom Außenseiter zum Weltmeister der Herzen.

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Das waren die Flops

Sanktionen gegen Iran: Die Spieler des Iran mussten vor jeder Partie aus dem WM-Quartier in Mexiko in die USA einreisen und danach das Land unmittelbar wieder verlassen. Fairplay sieht anders aus.

Hohe Preise: Wer die horrenden Ticketpreise gestemmt hat, zahlt in Los Angeles noch 80 Dollar für einen Parkplatz und 17,50 Dollar für ein Bier im Stadion. Mehr Nationen denn je durften mitspielen. Zuschauen konnten vor allem jene, die es sich leisten konnten.

Turniermodus: 32 ist die perfekte Zahl für eine Fußball-WM. 48 Nationen sind zu viele. Die Folge ist, dass auch 8 von 12 Gruppendritten aufgestiegen sind, was zu kuriosen Rechenspielen führte, wie etwa vor dem Spiel von Österreich gegen Algerien. Die WM ist nicht spannender geworden. Sie ist länger geworden. Auch der Tore-Rekord verliert bei genauerem Hinsehen an Glanz. Ein 48er-Feld produziert in der Gruppenphase naturgemäß mehr Duelle zwischen Favoriten und Überforderten, und genau dort fielen die Tore. Rekordwerte wie beim 7:1 der Deutschen gegen Curaçao sind kein Beweis für besseren Fußball. Sie sind das Nebenprodukt größerer Klassenunterschiede.

Trump & Infantino: Die Affäre Balogun geht als einer der größten Skandale in die Geschichte von Fußball-Weltmeisterschaften ein. Dass der mächtigste Mann der Welt beim FIFA-Boss wegen einer Rot-Sperre eines US-Spielers interveniert, ist schon eine Ungeheuerlichkeit. Dass Gianni Infantino dieser Aufforderung nachgeht, ist der Super-GAU für den Fußball. Aber was will man schon erwarten von einem Mann, der für …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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