Zwischen Existenzangst und Glücksgefühlen: Die Kombinierer im Windtunnel

Sport

Als sich die österreichischen Kombinierer am Sonntag in Planica zum Trainingskurs einfanden, regierte im Team eine Kombination aus Frust und Trotz. 

Erst wenige Tage zuvor hatte das IOC die Nordische Kombination aus dem Programm der Winterspiele 2030 in Frankreich gestrichen, die Athleten und Trainer kamen sich vor, als wäre ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen worden.

Christoph Bieler blickte in viele fragende Gesichter, als er nach dem Abendessen zum emotionalen Gedankenaustausch bat. „Mir war wichtig, dass jeder Einzelne sagt, was er sich denkt und was ihn beschäftigt“, erklärt der ÖSV-Cheftrainer. „Nicht alle gehen mit dieser Situation gleich um.“

Existenzängste

Einen Routinier wie Franz-Josef Rehrl (33), der am Ende der Karriere steht und bereits die Polizeiausbildung absolviert hat, trifft die Entscheidung des IOC weniger als den jungen Andreas Gfrerer (20), der gerade neu zum Team dazugestoßen ist und alles noch vor sich hat.

Muss ich mir nächstes Jahr vielleicht schon einen Job suchen?

Christoph Bieler sah sich beim Krisengipfel auch mit existenziellen Fragen konfrontiert: „Natürlich geht es da auch um finanzielle Themen: Muss ich mir nächstes Jahr vielleicht schon einen Job suchen? Schmeißen Sie mich bei der Polizei oder dem Bundesheer raus?“

Turbulente Zeiten

Angesichts all dieser negativen Umstände und Turbulenzen und traf es sich dann irgendwie gut, dass die Kombinierer einen nicht ganz alltäglichen Trainingskurs absolvierten. Christoph Bieler schickte seine Athleten in den neuen Windtunnel in Planica, wo sie nicht nur mit den Gedanken abdriften konnten.

Einsatzfreude

In dieser modernen Anlage kann bei Windgeschwindigkeiten bis zu 190 km/h das Flugverhalten in der Luft geübt und studiert werden. In ihren Sprunganzügen warfen sich Johannes Lamparter & Co.. in den Luftwirbel, um die ideale und stabile Flugposition auszumachen.

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„Es geht einfach darum, mit der Luft und den Kräften zu spielen“, klärt Chefcoach Bieler auf. „Man merkt dann sehr schnell, dass jede kleine Bewegung mit dem Kopf oder mit der Hand enorme Auswirkungen haben kann.“

Dauergast Prevc

Die Skispringer schwören schon länger auf die aufschlussreichen, aber auch kostenintensiven Trainings im Windtunnel. So taucht Domen Prevc, der Seriensieger des letzten Winters, alle zwei Wochen dort auf. Das mag vielleicht eine Erklärung für die Dominanz des Slowenen sein.

Christoph Bieler ist derweil schon froh, dass seine Kombinierer nicht komplett durch den Wind sind. „Im Training rennt schon wieder der Schmäh. Die Athleten wissen, warum sie das machen: Aus Passion für die Nordische Kombination.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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