
Frankreich hatte sich für dieses WM-Halbfinale viel vorgenommen und wenig davon umgesetzt. Nach dem 0:2 gegen Spanien war der Titeltraum der Équipe Tricolore geplatzt, und ihr Kapitän verzichtete auf die üblichen Floskeln.
Kylian Mbappé stellte sich den Mikrofonen und analysierte das Aus bemerkenswert schonungslos.
„Ich denke, wir haben nicht das Spiel gemacht, das wir machen wollten, weder taktisch noch technisch noch in Bezug auf das Gesamtlevel“, sagte der Superstar dem Sender M6. Sein Fazit: „Wenn du in einem WM-Halbfinale nicht das machst, was du machen sollst, gewinnst du nicht.“
Offensive ohne Durchschlagskraft
Die Zahlen geben Mbappé recht. Frankreichs hochdekorierte Angriffsreihe, neben dem Kapitän auch Michael Olise und Ousmane Dembélé, brachte kaum Gefährliches zustande. Der Expected-Goals-Wert der Franzosen lag zwischenzeitlich bei 0,04 – ein Wert, der einem Offensiv-Totalausfall gleichkommt. Spanien diktierte Tempo und Ballbesitz, Frankreich lief über weite Strecken nur hinterher.
Dabei hätte Mbappé seinem Land gerne mehr geschenkt: „Es war ein Traum für uns, ins Finale zu kommen, unserem Land die Möglichkeit zu geben, weiter zu träumen und Geschichte zu schreiben.“ Dass daraus nichts wurde, nahm er sportlich: „Wenn man gewinnt, gewinnt man mit erhobenem Haupt, also muss man, wenn man verliert, auch mit erhobenem Haupt verlieren.“
„Taktisch waren sie besser“
Ähnlich ehrlich fiel die Bilanz von Rayan Cherki aus. Der Offensivspieler, in der zweiten Hälfte eingewechselt, ortete das Problem nicht in der Einstellung: „Ich glaube nicht, dass es am Willen mangelte. Taktisch waren sie besser aufgestellt, wir haben versucht, diese Probleme zu lösen, aber es hat nicht gereicht.“ Vor allem bei der Balleroberung sei Spanien überlegen gewesen. Genau dort fehlten Frankreich die entscheidenden Prozente.
Source:: Kurier.at – Sport



