Nach dem Finale: Warum abseits von Spanien viel Negatives übrig bleibt

Sport

Ein glasklar verdienter Sieger nach einem lange Zeit langweiligen Finale – das ist meine Zusammenfassung vom 1:0 der Spanier, die zurecht Weltmeister wurden. Und das liegt nicht nur am einseitigen Endspiel gegen die Argentinier.

Spanien hat im gesamten Turnier gezeigt, warum Fußball trotz aller Superstars eben doch eine Mannschaftssportart ist.

Beim Gedanken an die Startelf der Franzosen und einem Eins-zu-eins-Vergleich mit jedem Spanier wäre Frankreich ins Endspiel gekommen. Wie eindeutig das Halbfinale tatsächlich verlaufen ist, hat noch jeder in Erinnerung.

Und im Finale war es noch extremer.

Dass der regierende Weltmeister nach 90 Minuten einen Expected-goals-Wert von 0,0 aufweist, ist ein Wahnsinn.

Ich sehe bei den Spaniern eine überragende Schwarmintelligenz. Wie sie das Spiel lesen, wissen, wann Räume auf- und auch wieder zugehen, ist bemerkenswert. Teamchef Luis de la Fuente hat mit seinem Kader Unglaubliches geschafft.

Wünschen würde ich mir, dass die Torhüter zukünftig bei Zeremonien doch gefälligst ihre angespuckten Handschuhe ausziehen sollen.

Gründe zum Ärgern

Ansonsten wird für mich von dieser WM viel Negatives, Ärgerliches und Fragwürdiges in Erinnerung bleiben.

Ja, es wurden viele Rekorde gebrochen. Aber das lag meist an den Superlativen beim Modus – weil alles immer größer werden muss.

Ich halte überhaupt nichts davon, wenn jetzt über eine zusätzliche Aufstockung auf 64 Starter diskutiert wird. Das wäre eine weitere sportliche Verwässerung. Mit der Kommerzialisierung muss es auch einmal genug sein.

Ich finde es fürchterlich, dass die Pause von 15 Minuten auf 27 ausgedehnt wurde, um eine Halftime-Show inszenieren zu können.

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Außerdem muss der Fußball leistbar bleiben. Die WM-Tickets sind zu teuer geworden.

Dazu kommt die unsägliche Einmischung von Donald Trump im Fall Balogun. Die Europäer müssen endlich geschlossener auftreten gegen die Auswüchse unter FIFA-Boss Gianni Infantino.

Und die vom ÖFB-Vorsitzenden Josef Pröll eingeforderte „lückenlose Aufklärung“ darf nicht nur ein frommer Wunsch bleiben.

Schlechte Verlierer

Ebenso ärgerlich ist das Verhalten der Argentinier nach Schlusspfiff. Die vielen unschönen Szenen haben bewiesen, dass der Ex-Weltmeister kein guter Verlierer ist. Obwohl du als Spieler genau spürst, wenn auf dem Rasen der Gegner übermächtig ist.

Und deswegen eine Niederlage wie jene der Argentinier eigentlich leichter zu akzeptieren sein sollte.

Deswegen freue ich mich umso mehr mit den sportlich überragenden und auch fair auftretenden Spaniern.

Der 70-fache Teamspieler Marc Janko war als Fußball-Experte für ServusTV bei der WM im Einsatz. Er kommentierte während der WM für den KURIER das Geschehen bei der Endrunde.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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