Houthis kündigen Seeblockade an: Schlechte Nachricht für Ölpreis und Autofahrer

Politik

Kein Ende der Horror-Nachrichten für die weltweiten Energiemärkte. Nachdem die Straße von Hormus wegen des amerikanisch-iranischen Krieges seit Tagen erneut de facto unpassierbar ist und neue wechselseitige Angriffe wenig Hoffnung auf Entspannung bringen, haben nun die mit Teheran verbündeten Houthi-Milizen im Jemen eine Sperre der Meerenge Bab al-Mandeb am Horn von Afrika angekündigt. Zwar „nur“ für Schiffe mit Ausgangs- oder Zielpunkt Saudi-Arabien, dennoch hat diese Seeblockade gravierende internationale Auswirkungen.

Der Grund: Bereits vor dem jüngsten Waffengang zwischen Washington und dem Mullah-Regime war die Wasserstraße am Golf von enormer Bedeutung für die Weltwirtschaft, jetzt erst recht. Denn nachdem die Straße von Hormus für den Transport von Rohöl viel zu gefährlich ist, leitet Saudi-Arabien das vielzitierte schwarze Gold über die Ost-West-Pipeline zum Ölhafen Yanbu am Schwarzen Meer. Von dort werden jetzt täglich rund vier Millionen Fass (zu je 159 Litern) exportiert. Das ist die vierfache Menge im Vergleich zu Vorkriegszeiten.

Die Preise werden steigen

Von dort gelangt das Öl einerseits mit Tankern über den Suezkanal direkt nach Europa oder wird über die SUMED-Pipeline über ägyptisches Territorium ans Mittelmeer gepumpt. Die für Asien bestimmten Kontingente müssen freilich durch die Meerenge Bab al-Mandeb. Auch hier stieg die Menge des Rohöls: Von durchschnittlich 4,2 Millionen Barrel im Vorjahr auf 7,4 Millionen im vergangenen Juni. Der letzte Wert entspricht etwa sieben Prozent der globalen Ölproduktion. Dieses Schmiermittel der Weltwirtschaft dürfte jetzt fehlen und die Preise für Petro-Produkte weiter in die Höhe treiben.

Dazu kommt, dass nach der De-facto-Schließung der Straße von Hormus durch den Iran jetzt schon vier Millionen Barrel Öl pro Tag auf den internationalen Märkten fehlen und sich – laut Experten – die Lagerbestände ihren Minima nähern. Sollte es den Houthis zudem gelingen, die Anlagen in Yanbu (1.300 Kilometer entfernt) zu zerstören bzw. nachhaltig zu schädigen, würde das den Ölpreis nochmals rasant in die Höhe treiben. Dass die Schiiten-Miliz über Raketen dieser Reichweite verfügt, hat sie zuvor bewiesen, als sie während des Gazakrieges immer wieder das 1.600 Kilometer entfernte Israels ins Visier genommen hatte.

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Die Houthis begründeten ihre jüngste Seeblockade gegen Saudi-Arabien mit einem mutmaßlichen Angriff des Königreiches auf den Flughafen der Hauptstadt Sanaa. Dort hätte in der Vorwoche ein iranisches Flugzeug landen sollen. Die Aufständischen im Jemen liegen mit den Machthabern in Riad im Clinch, nachdem sie 2014 den von Saudi-Arabien gestützten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi gestürzt hatten. 2015 zog das benachbarte Königreich an der Spitze einer Sunniten-Allianz gegen die schiitischen Rebellen in den Krieg und verhängte eine Luft-, See- und Landblockade gegen die Verbündeten des Iran – seit 2022 herrscht ein Waffenstillstand.

„Auge um Auge“, hieß es jetzt aus der Houthi-Führungsriege in Bezug auf die Sperre der Meerenge von Bab al-Mandeb. Doch kaum jemand zweifelt daran, dass der eigentliche Auftrag dazu aus Teheran kam – um mit der weit gehende Schließung des zweiten wichtigen Nadelöhrs der Weltwirtschaft den Druck auf US-Präsident Donald Trump zu erhöhen, die „US-Aggression in der Region“, wie der Iran formuliert, zu beenden.  

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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