
Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ist gerade erst zu Ende gegangen. Doch die nächste Endrunde im Jahr 2030 wirft bereits ihre Schatten voraus. In vier Jahren kämpfen die besten Fußballnationen der Welt in sechs Ländern auf drei Kontinenten um den Titel – ein Novum. Noch nie zuvor wurde eine Weltmeisterschaft über mehrere Kontinente hinweg ausgetragen.
Dass es überhaupt so weit gekommen ist, daran hatte die FIFA entscheidenden Anteil. Allen voran Präsident Gianni Infantino. Er stellte mit den Weichen für 2030 zugleich sicher, dass die darauffolgende WM 2034 in Saudi-Arabien stattfinden kann.
Bewerbungen für WM 2030: FIFA griff vor Abstimmung ein
Doch alles der Reihe nach. Gehen wir zurück ins Jahr 2023. Damals gingen bei der FIFA zwei Bewerbungen für 2030 ein: eine gemeinsame von Portugal, Spanien und Marokko sowie eine weitere von Argentinien, Paraguay, Uruguay und Chile. Alles schien auf eine Abstimmung hinauszulaufen. Doch da die unterlegene Bewerbung vermutlich 2034 einen neuen Anlauf genommen und durchaus gute Chancen hätte, sich gegen Saudi-Arabien durchzusetzen, griff die FIFA ein. Genauer gesagt, der FIFA-Rat.
Das höchste Entscheidungsorgan des Weltverbandes überraschte die Fußballwelt mit der Entscheidung, beide Bewerbungen zusammenzulegen. Damit schlugen die FIFA-Bosse zwei Fliegen mit einer Klappe. Die südamerikanischen Verbände konnten sich darüber freuen, zum 100-jährigen WM-Jubiläum Spiele austragen zu dürfen.
FIFA macht Weg für Saudi-Arabien frei
Saudi-Arabien wiederum profitierte, weil die FIFA alle ernsthafte Konkurrenten aus dem Weg räumte. Denn Kontinentalverbände, die eine Weltmeisterschaft ausrichten, dürfen sich für die beiden darauffolgenden Turniere nicht bewerben. Für 2034 kamen somit nur der asiatische und der ozeanische Verband infrage. Letzterer verzichtete wenig überraschend auf eine Kandidatur.
Erneute Aufstockung in vier Jahren? „Auf jeden Fall“ Überlegung wert
Bleibt noch die Frage, ob die WM 2030 auf 64 Nationen aufgestockt wird. Für Infantino ist das „auf jeden Fall“ eine Überlegung wert, wie er zuletzt in einem Interview mit blue Sport sagte. Damit würde Infantino erneut eines erreichen: mehr Einnahmen. Außerdem würde er seine Macht weiter festigen. Je mehr kleineren Nationen er die Aussicht auf eine zukünftige WM-Teilnahme eröffnen kann, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn bei der FIFA-Wahl 2027 erneut unterstützen.
Auch Südamerika sprach sich für eine Aufstockung aus. Die Austragungsländer wollen bei der WM 2030 schließlich nicht nur die bisher vorgesehenen drei Eröffnungsspiele austragen, sondern deutlich mehr Partien erhalten.
Für die Spieler würde eine Erweiterung keine zusätzliche Belastung bedeuten. Nach aktuellem Stand wäre mit 16 Vierergruppen (2026 waren es zwölf) zu rechnen, aus denen jeweils die beiden besten Teams ins Sechzehntelfinale einziehen würden. Die komplizierten Rechenspiele um die besten Gruppendritten wären damit Geschichte.
Übersättigung für Fans?
Den Fans hingegen droht eine Übersättigung: Insgesamt würden 128 Spiele auf dem Programm stehen. Zum Vergleich: In der österreichischen Bundesliga werden in einer gesamten Saison 192 Partien ausgetragen. Bei der WM wäre dies in nur knapp fünf Wochen der Fall. Der FIFA und Infantino dürfte das allerdings egal sein – solange die Kasse klingelt.
Source:: Kurier.at – Sport



