Ausverkauf der WM? FIFA-Boss Infantino plant radikalen Schritt

Sport

Neue Superlative aus dem Hause Infantino ist man mittlerweile gewohnt: erst die WM auf 48 Teams aufgeblasen, dann eine Klub-WM mit Milliarden-Preisgeld aus dem Boden gestampft, dazwischen Pläne für eine globale Nations League, die einst schon Vorgänger Sepp Blatter als „Ausverkauf des Fußballs“ bezeichnete. 

Jetzt setzt der FIFA-Präsident offenbar noch einen drauf. Wie die britische Zeitung Times berichtet, soll Infantino die Gründung einer eigenen Firma vorbereiten, die künftig sowohl die Weltmeisterschaft als auch die Klub-WM kontrollieren würde. An der Spitze des Unternehmens: er selbst, sobald seine letzte reguläre Amtszeit als FIFA-Boss ausläuft. Eine Wiederwahl bis 2031 gilt im kommenden Jahr als so gut wie sicher.

Ungewöhnlich ist vor allem der zweite Teil des Plans. Anteile an der neuen Firma sollen an private Investoren verkauft werden, laut Times wurden bereits Personen aus dem Umfeld der US-Regierung von Donald Trump kontaktiert, mit dem Infantino seit Jahren freundschaftlich verbunden ist. Als möglicher Hauptinvestor gehandelt wird neben der Bank JP Morgan ausgerechnet Joshua Kushner, der Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, ein Name, der dem gesamten Vorhaben eine handfeste politische Note verleiht.

Die Aufteilung der Anteile soll laut dem Bericht so aussehen: Die FIFA behält die Mehrheit, private Investoren könnten anfangs 20 bis 30 Prozent erwerben, weitere rund 20 Prozent wären für die 211 Mitgliedsverbände reserviert. Jeder einzelne Verband würde damit Anteile im Wert von rund 20 Millionen Dollar erhalten, umgerechnet etwa 17,6 Millionen Euro, die er theoretisch ebenfalls weiterverkaufen könnte. Gerade für finanzschwache, kleinere Verbände wäre das ein verlockendes Angebot.

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Brisant ist auch die wirtschaftliche Logik dahinter. Eine gewinnorientierte Firma hätte naturgemäß Interesse daran, ihr wertvollstes Produkt öfter anzubieten, die WM könnte folglich theoretisch häufiger als im gewohnten Vierjahresrhythmus stattfinden. Eine Ausweitung der Teilnehmerfelder wird ohnehin bereits diskutiert.

Auch persönlich würde sich das Modell für Infantino auszahlen. Laut der Times könnte sein Gehalt als künftiger Firmenchef in eine Region vorstoßen, die bislang NFL-Boss Roger Goodell vorbehalten war, der mit geschätzten 64 Millionen Dollar, umgerechnet rund 56,3 Millionen Euro, jährlich zu den bestbezahlten Sportfunktionären der Welt zählt. Für Infantino würde das eine Verzehnfachung seines aktuellen Gehalts bedeuten.

Kritiker gab es für seine bisherigen Pläne stets reichlich, durchgesetzt hat sich Infantino bislang trotzdem immer.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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