Gescheitertes Fregattenprojekt lässt Rheinmetall-Umsatz sinken

Wirtschaft

Die  sechs Fregatten sollten von der deutschen Marine zum Aufspüren von U-Booten, zur Unterstützung von Spezialkräften und zur Luftverteidigung zum Einsatz kommen. Wegen Verzögerungen, Mehrkosten im Milliardenbereich und unkalkulierbarer Risiken stoppte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius aber Ende Juni das ins Strudeln geratene Fregattenprojekt F126.  Stattdessen sollen nun wesentlich kleinere Kriegsschiffe der Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) für  U-Boote jagen. 

Eigentlich wollte Rheinmetall mit dem im März übernommenen Schiffbauer NVL das  F126-Projekt von der niederländischen Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS) als Generalunternehmer übernehmen. 2032, vier Jahre später als geplant, sollten die Fregatten an die Bundeswehr übergeben werden. 18 Mrd. Euro wollte der Rüstungskonzern dafür veranschlagen. Der Stopp kommt Rheinmetall teuer zu stehen. Der Umsatzausblick für das laufende Geschäftsjahr musste um 300 Mio. Euro zurechtgestutzt werden. Statt heuer wie ursprünglich geplant bis zu 14,5 Mrd. Euro zu erlösen, rechnet das Düsseldorfer Unternehmen jetzt nur noch mit 13,7 bis 14,2 Mrd. Euro, wie es am Donnerstag bekanntgab.

Trotz Flaute auf Kurs

Konzernchef Armin Papperger sieht Rheinmetall trotz der plötzlichen Windstille im Marinegeschäft auf Kurs. Der Umsatz stieg von Jänner bis Juni um fast 40 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro. Der Gewinn nach Zinsen und Steuern legte um 72 Prozent auf 664 Mio. Euro zu. Den Gewinnausblick für das Gesamtjahr lässt man unangetastet. Die operative Ergebnismarge soll weiterhin rund 19 Prozent erreichen.

Das bei Rheinmetall neu dazu gekommene Marinegeschäft verursachte zum Halbjahr einen Verlust von 18 Mio. Euro. Den höchsten Anteil am Gewinn hatte mit 377 Mio. Euro das Waffen- und Munitionsgeschäft vor der Panzersparte mit 256 Mio. Euro. Der Rest entfällt auf die Luftverteidigung und das Geschäftsfeld Digitale Systeme, das u. a. Satellitenkommunikations- und Simulationslösungen umfasst.

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Volle Auftragsbücher

Die Auftragsbücher von Rheinmetall sind jedenfalls prall gefüllt. Im ersten Halbjahr betrug der Auftragsstand mehr als 80 Mrd. Euro.  Mehr als ein Viertel davon sind allerdings Rahmenverträge, die etwa von der deutschen Bundeswehr noch nicht abgerufen wurden,  wie das Handelsblatt schreibt. Die Rheinmetall-Aktie  zeigte sich zunächst kaum beeindruckt, verlor dann aber bis zum Nachmittag 1,25 Prozent. 

Renk mit Auftragsrekord

Auch der deutsche Panzergetriebehersteller Renk vermeldete am Donnerstag ein Rekordvolumen bei neuen Aufträgen. Im ersten Halbjahr gingen Bestellungen im Wert von rund 1,2 Mrd. Euro bei dem Augsburger Rüstungszulieferer ein. Der Umsatz stieg nur verhalten um 2,7 Prozent auf 637,2 Mio. Euro. Der Gewinn verbesserte sich um 10 Prozent auf 98,2 Mio. Euro. Die Renk-Aktien legten zeitweise um bis zu 5 Prozent zu.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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