Kinderbetreuung „keine Arbeit“? SPÖ-Frauen kritisieren Stocker

Politik

Im Rahmen seiner Gesprächsreihe „Österreich im Gespräch“ reist Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) aktuell durch Österreich. Donnerstagabend war er in Salzburg zu Gast, um sich den Fragen von Bürgern zu stellen – und erntet für seinen Auftritt nun breite Kritik. Warum? Eine Teilnehmerin fragte Stocker nach mehr finanzieller Unterstützung für Mütter. Diese würden pro Woche 96 Stunden unbezahlte Kinderbetreuung leisten. Viele Frauen würden keine Kinder mehr haben wollen, weil es „nicht mehr leistbar“ sei.

Stockers Reaktion: „Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit, weil Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen.“ Familie lasse sich nicht in Geld aufrechnen und dürfe nicht wie ein Geschäftsmodell behandelt werden. Und: „Frauen, die alleinerziehend sind, werden in diesem Land aber mehr unterstützt als sonst wo. Sagen Sie mir ein Land, wo Sie mehr unterstützt werden in Ihrer Alleinerziehung?“ In Österreich bekomme eine Alleinerzieherin bis zu 1.000 Euro pro Kind. „Wo bekommen Sie das? Wo ist das unbezahlt? Wo ist das so, dass Sie alleine gelassen werden?“

„Blendet die Lebensrealität vieler Frauen aus“

Wie sieht das Frauenministerin und SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner? Ihr Büro verweist auf ein aktuelles Instagram-Statement und Zahlen der Statistik Austria.

Demnach haben Frauen in Österreich 2021 und 2022 rund 65 Prozent der unbezahlten Arbeit geleistet – also fast doppelt so viel wie Männer. „Deshalb setze ich mich für ökonomische Unabhängigkeit und Gleichstellung ein“, so Holzleitner. Während Männer pro Tag 2,5 Stunden in unbezahlte Arbeit und 4,9 Stunden in ihre Erwerbstätigkeit investieren, fließen bei Frauen 4,3 Stunden in unbezahlte Arbeit und nur 3,3 Stunden in die Erwerbstätigkeit.

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SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz geht via Aussendung klarer auf Stockers Aussage ein: „Wer so spricht, blendet die Lebensrealität vieler Frauen aus. Kinderbetreuung ist keine Nebensache, sondern harte Arbeit, die täglich geleistet wird. Und zwar unbezahlt und mit Folgen für Einkommen, Karriere und Pension.“ Deshalb poche die SPÖ auf eine Schließung der Gehalts- und Pensionslücke. „Wir brauchen die rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie, damit gleicher Lohn für gleiche Arbeit endlich Realität wird. Die Kinderbetreuung muss weiter ausgebaut werden, damit Frauen selbst entscheiden können, wie sie Beruf und Familie vereinbaren.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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