
Die Gewalt am Arbeitsplatz nimmt wieder zu. Bei einem Pressegespräch am Donnerstag spricht Caroline Krammer, Präventionsdirektorin der AUVA, von einer besorgniserregenden Entwicklung. Laut aktuellen Daten der AUVA wurden im Jahr 2025 rund 1.750 Arbeitsunfälle infolge von Gewalt registriert – ein Anstieg von etwa 65 Prozent seit 2021. Besonders betroffen sind Beschäftigte im Gesundheitsbereich sowie in Berufen mit intensivem Kundenkontakt – und Frauen.
KURIER: Erfasst werden ausschließlich Fälle körperlicher Gewalt mit Krankenstand – ist das also erst die Spitze des Eisbergs?
Caroline Krammer: Nicht erfasst sind Formen von Gewalt, die definitiv schwere gesundheitliche Folgen haben können. Verabele beschhimofeuneg, Drohungen, Einschücheruenge, Mobbing, sexuelle Belästigung. Wir müssen also davon ausgehen, dass die Zhalen tatsächlich sehr viel höher sind.
Wer sind die Täter?
Die Gewalt kommt nicht nur von außen. Es sind nicht nur Kunden oder Patienten. Es sind leider auch zu einem Drittel Kollegen und Vorgesetzte, die diese Verletzungen verursachen. Gewaltprävention ist nicht ein individuelles Problem oder eine Frage von Sicherheitseinrichtungen, sondern eine Frage der Unternehmenskultur, der Führung, der Kommunikation und des täglichen Miteinanders.
Warum häufen sich die Fälle aktuell, Frau Yvonne Rychly (stv. vida-Bundesfrauenvorsitzende)?
Yvonne Rychly: Ich bin keine Psychologin, ich kann nur von meiner Erfahrung berichten. Wir haben viele Krisen, das macht was mit Menschen, damit wird nicht jeder fertig. Das könnte ein Grund sein, warum es zunimmt. Auch Einsamkeit, wenn man keine Ansprechperson mehr hat. Ich glaube auch, dass es mit Respekt zu tun hat, der in der Gesellschaft leider weniger geworden ist.
Was kann man als betroffene Person tun? Oder auch als Kollege, der Gewalt am Arbeitsplatz beobachtet, Frau Dinah Djalinous-Glatz (ÖGB)?
Dinah Djalinous-Glatz: Aus Gewerkschaftssicht würde ich auf jeden Fall dazu raten, sich an den Betriebsrat oder an uns zu wenden. Der kann sich für einen einsetzen. Als Kollege würde ich aber auch mit dem Betroffenen reden und schauen, was er braucht.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



