Familienleistungen: Ist Österreich so großzügig, wie Stocker behauptet?

Politik

Mit seinem Sager, Kinderbetreuung sei „keine Arbeit“, hat Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) für massiven Unmut gesorgt. Die Äußerung fiel im Rahmen von Stockers Bürgerdialog. Eine Mutter hatte zuvor gemeint, Kinder seien in Österreich aufgrund der unbezahlten Kinderbetreuungszeiten nicht mehr leistbar.

Stocker hat sich tags darauf entschuldigt, der Satz sei „falsch“ gewesen. Der Kanzler ist in seinem Statement aber noch weiter ins Detail gegangen. „Frauen, die alleinerziehend sind, werden in diesem Land mehr unterstützt als sonst wo. Sagen Sie mir ein Land, wo Sie mehr unterstützt werden in Ihrer Alleinerziehung?“, meinte er. In Österreich bekomme eine Alleinerzieherin bis zu 1.000 Euro pro Kind, so Stocker: „Wo bekommen Sie das? Wo ist das unbezahlt? Wo ist das so, dass Sie alleine gelassen werden?“ 

Treffen diese Ausführungen inhaltlich zu? Ein kurzer Faktencheck:

Bekommen Alleinerzieherinnen in Österreich bis zu 1.000 Euro pro Kind?

Laut Analyse der Joanneum Research Forschungsgesellschaft für das Jahr 2025 erhalten Paarhaushalte mit Kindern zwischen elf und 24 Jahren durchschnittlich 425 bis 770 Euro pro Kind im Monat. Bei Alleinerziehenden liegt diese Summe zwischen 460 und 970 Euro. In unteren Einkommensstufen seien die kinderinduzierten Transfers tendenziell höher als in den oberen.

Hat Österreich hohe Familienleistungen?

Ob Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld oder Familienbonus: Laut OECD-Untersuchung aus dem März 2026 zählt Österreich zu den europäischen Staaten mit den höchsten Familienleistungen. Kaum ein anderer Staat habe Geldleistungen, lange Elternkarenzzeiten und eine steuerliche Familienförderung in vergleichbarem Umfang. Eine Studie des Joint Research Centre (JRC) der EU-Kommission – sie untersuchte kinderabhängige Leistungen von 2019 bis 2022 – attestierte Österreich sogar die EU-weit höchsten Leistungen, mit rund zwölf Prozent des BIP pro Kopf.

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Werden alleinerziehende Frauen in Österreich mehr unterstützt als „sonst wo“?

Wie bereits erwähnt, gehört Österreich bei der Höhe der Leistungen zu den EU-Spitzenreitern. Mit speziellen Instrumenten wie dem Kindermehrbetrag erhalten Alleinerziehende zudem im Durchschnitt höhere Leistungen als Paare. Die OECD empfiehlt Österreich dennoch, Familienleistungen noch stärker auf einkommensschwache Familien auszurichten – und den Ausbau der Kinderbetreuung zu forcieren. 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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