
Am morgigen Montag starten die diesjährigen ORF-„Sommergespräche“ – moderiert von Simone Stribl, die bereits 2020 im Einsatz war. Zum Auftakt zu Gast ist Grünen-Chefin Leonore Gewessler (siehe Infobox am Ende des Artikels). Im Interview verrät Stribl, was auf ihrer Pro-und-Contra-Liste stand, welche die stressigste Zeit ihrer Karriere war und wie die Stimmung nach den Schlagzeilen der vergangenen Monate im ORF ist.
KURIER: Sie moderieren heuer zum zweiten Mal die „Sommergespräche“. Warum tut man sich das an, anstatt zum Beispiel in den Urlaub zu fahren?
Simone Stribl: (lacht) Das ist eine berechtigte Frage. Für mich haben die „Sommergespräche“ schon immer eine besondere Bedeutung gehabt. Seit dem letzten Mal sind sechs Jahre vergangen, eine lange Zeit, und ich habe mir gedacht: Warum nicht? Als ich heuer gefragt wurde, habe ich eine Nacht überlegt und eine Pro-und-Contra-Liste geschrieben. Es waren dann mehr Pluspunkte auf dieser Liste. Daher habe ich zugesagt.
Was stand auf der Contra-Liste?
Dass es sehr viel Wirbel um die „Sommergespräche“ gibt und man keine entspannten Abende mit Freundinnen und Freunden hat. Ab dem Zeitpunkt, wo man weiß, dass man die „Sommergespräche“ macht, rattert es bei jeder politischen Äußerung von einem Parteichef oder einer Parteichefin im Hirn. Man kann einfach nie abschalten, bis zum 7. September nicht.
Und was stand bei Pro?
Schon als Journalismus-Studentin war ich nervös, wenn die „Sommergespräche“ begonnen haben. Es ist eine tolle Chance, diese Sendung zu übernehmen, aber auch viel Verantwortung in schwierigen Zeiten. Ich mache gerne Interviews und das ist eine ganz große Bühne dafür.
Gibt es etwas, das Sie heuer bewusst anders machen wollen als 2020?
Die „Sommergespräche“ 2020 liegen schon sechs Jahre zurück und ich denke gar nicht mehr so viel daran. Ich habe mich in den letzten Jahren auch weiterentwickelt und möchte einfach das Beste aus diesen Interviews herausholen. Das ist mein Anspruch.
Es haben sich seit dem letzten Mal einige Parameter geändert.
Es ist eigentlich alles anders. Die einzige Person, die noch immer Parteichefin ist, ist Beate Meinl-Reisinger. Sonst hat sich das Personal komplett gewandelt. Ich habe alle schon interviewt, aber bei den „Sommergesprächen“ ist es trotzdem eine neue Situation. Auch die Themen haben sich komplett geändert. 2020 waren die „Sommergespräche“ im Schatten der Pandemie. Jetzt haben wir den Iran-Krieg, die Teuerung, die Energiekrise – es ist unfassbar viel passiert, auch international.
Die Location der „Sommergespräche“ ist heuer mit dem ORF-Zentrum jedenfalls weniger idyllisch als damals am Weingut.
Ich glaube, das hat letztes Jahr ganz gut ausgesehen. (Da fanden die Gespräche ebenfalls im ORF-Zentrum statt, Anm.) Als die „Sommergespräche“ am Traunsee waren, fand ich das natürlich sehr toll, weil ich aus dem Bezirk Gmunden komme. Aber ich mag auch unseren Garten im ORF-Zentrum. Da die Location schon etabliert ist, erspart man sich die Diskussionen darüber. Wir haben hier alles, was wir brauchen und es muss nichts transportiert werden. Für mich ist es auch einfacher, weil ich in der Früh in die Arbeit fahre und dann die „Sommergespräche“ mache. Das ist dann zwar ein turbulenterer Tag als sonst, aber für mich eigentlich ganz angenehm.
Und es gibt wahrscheinlich weniger Gelsen. (2020 wurde Ex-Kanzler Sebastian Kurz …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



