Knalleffekt im ORF-Stiftungsrat: ÖVP-Freundeskreischef Schütze tritt zurück

Kultur

Für eine Überraschung sorgte am Dienstag während der Sitzung des ORF-Stiftungsrats dessen stellvertretender Vorsitzender Gregor Schütze und damit die Nummer 2 hinter Heinz Lederer. Der Kommunikationsberater legte nach der Bestellung des Direktoriums des neuen ORF-Generaldirektors Clemens Pig seine Funktion zurück und scheidet aus dem Gremium aus. Schütze war auch ÖVP-Freundeskreisleiter. 

Schütze bezeichnete die Wahl der neuen ORF-Führung am Dienstag als „Meilenstein“ nicht nur für den ORF, „sondern auch für mich ganz persönlich“. Er werde seinen beruflichen Fokus wieder ausschließlich auf seine Unternehmen richten. Seine Nachfolge muss im Ministerrat beschlossen werden.

In einem Statement erläuterte der frühere ATV-Manager seinen Schritt. 

Insbesondere die letzten 6 Monate hätten alle stark gefordert, aber auch gezeigt, dass der ORF resilient genug sei, um große Krisen zu überstehen. „Für mich war es nie eine Option, den Stiftungsrat in stürmischen Zeiten zu verlassen.“

Schütze: „Neben der inhaltlichen Aufarbeitung diversester Missstände war uns und mir das Wichtigste, ein neues Führungsteam nach neuen und professionellsten Maßstäben im Einklang mit dem neuen Europäischen Medienfreiheitsgesetz zu wählen.“ Diesem Team wünsche er nun viel Freude, Kraft und Beharrlichkeit.

Grundlegende Reform des Stiftungsrats

Schütze sieht die Politik nun besonders gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag auch langfristig erfüllen kann. „Dazu braucht es nach meiner Überzeugung auch eine grundlegende Reform der Governance samt Stiftungsrat. Diese Strukturen sind in die Jahre gekommen und müssen völlig neu gedacht werden“, erklärte Schütze, der neben dem Vorsitzenden Heinz Lederer Generaldirektorin Ingrid Thurnher „für die Übernahme der Führung des ORF im akuten Notfall“ dankte.

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Den ORF wird Schütze nicht so schnell los. Das gilt vor allem in Hinblick auf die Aufarbeitung der Causa Weißmann. Er stand mit Stiftungsratsvorsitzenden Lederer auf jener ORF-Aussendung als Rückfragehinweis, in der dem schon zurückgetretenen Generaldirektor schwere Verfehlungen unterstellt wurden – die zumindest ein interner Compliance-Bericht nicht zweifelsfrei belegen konnte.  

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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