
Die Netzwerke Meta und TikTok haben sich nach dem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta bereit erklärt, Inhalte zu Grenzübertritten nach Spanien künftig auf deren Fakten überprüfen zu lassen. Ziel sei es zu verhindern, dass kriminelle Netzwerke potenzielle Migranten mit Falschinformationen anlocken, was in der Vergangenheit zu tragischen Todesfällen geführt habe, teilte EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen auf der Plattform X mit.
Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, dass sich die Plattformen zudem verpflichtet hätten, Inhalte im Zusammenhang mit Schlepperei zu verbieten. Am 30. Juli hatten mehr als 70.000 Menschen versucht, die Grenze von Marokko nach Ceuta zu überwinden. Bei dem Ansturm kamen fast 100 von ihnen ums Leben. Die Zuwanderer waren unter anderem durch virale Videos zu diesem Schritt ermutigt worden.
EU-Kommission setzt auf Dialog
Dem Kommissionssprecher zufolge wollten die Plattformen solche Inhalte künftig freiwillig blockieren oder deren Sichtbarkeit herabstufen. Die Brüsseler Behörde zwinge sie nicht zur Löschung, sondern setze auf einen verantwortungsvollen Dialog.
Die EU-Kommission und die europäische Polizeibehörde Europol stünden täglich im Austausch mit den beiden Unternehmen, hieß es in dem Beitrag von Virkkunen weiter. Die EU-Kommissarin beriet sich zudem mit dem spanischen Digitalminister Óscar López über Maßnahmen, um illegale Grenzübertritte zu verhindern und den Verlust von Menschenleben abzuwenden. Die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika bilden die einzigen Landgrenzen der EU zum afrikanischen Kontinent. Beide Städte sind immer wieder das Ziel von Schutzsuchenden, die versuchen, auf europäisches Staatsgebiet zu gelangen.
Source:: Kurier.at – Politik



