Eiskalter Slasher-Horror von Eli Roth: Ice Cream Man

Kultur

Von Gabriele Flossmann

Es dauert nicht lange, bis die fröhliche und bewusst kitschige Fassade in einem Blutbad versinkt. Das ist zu erwarten von einem Film des Horror-Enfant terrible Eli Roth, der nach dem kommerziellen Erfolg seines Slasher-Hits „Thanksgiving“ neue Energie tankte. Nun verzichtet er weitgehend auf die üblichen Klischees des Genres und präsentiert ein fast buchhalterisch genau konzipiertes Splatter-Konzept: Der Außenseiter Jared kämpft gegen einen Mob mordlustiger Schulkinder, die alle nach dem Verzehr von bewusstseinsverändernden Eiscremes böse geworden zu sein scheinen. Angeboten wird der eiskalte Leckerbissen von einer Art „Rattenfänger von Hameln“.

Jared verbündet sich daraufhin mit seiner Jugendliebe Mia und seiner stets beleidigt wirkenden älteren Schwester Lizzie, um die anderen Kinder von dieser besonderen Form von Lebensmittelvergiftung zu bewahren. Gekämpft wird mit Mausefallen, Elektro- und Gartengeräten, Baseballschlägern – und was eben Küchen und Keller sonst noch alles an Geräten bieten. Selbst die eher schwachen Szenen, in denen Roth allzu krampfhaft versucht, die Zuschauer zu ärgern oder zu provozieren, wirken – vom vulgären Teenager-Geplänkel bis hin zum eklatanten Einsatz KI-generierter Kunst – auf grausliche Weise unterhaltsam.

Einen Sympathieträger, mit dem sich das Publikum identifizieren könnte, gibt es allerdings nicht. Eher wird das geboten, was das Publikum dieses Genres wohl sehen will: explizite, schockierende Gewalt. Die Handlung ist etwas dünn, weshalb man den intellektuell eher nährstoffarmen „Ice Cream Man“ schnell wieder vergessen wird. Aber die unverhohlene Freude des Filmemachers an schlechtem Geschmack ist unterhaltsam. Denn trotz des actionreichen Finales, das nicht ohne Wirkung auf den Verdauungstrakt des Publikums bleibt, erinnern uns Roth und seine Crew daran, dass ihr neuestes Werk eigentlich eh nur als seichte Komödie gedacht war.

  In den Himmel schauen

INFO: USA/GB/F/JPN 2026. 86 Min. Von und mit Eli Roth. Mit Charlie Zeltzer. 

 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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