Bilderbuch: Viel Neues bei Geheimkonzert in Wien

Kultur

Kurz vor 23 Uhr ist es Freitagabend vor dem Flex am Wiener Donaukanal hektischer als üblich. Obwohl das Konzert von Bilderbuch nur für geladene Gäste und Wettbewerbsgewinner zugänglich ist, drängen sich vorm Eingang Kundige, die um die nicht abgeholten Restkarten anstehen.

Für Bilderbuch und ihre Fans sind die „offiziellen Proben“ (am 11. 9. gibt es noch eine) nämlich ein Meilenstein. Damit stellen sie nach längerer Pause nicht nur ihr am 9. Oktober erscheinendes Album „∞+1“ vor, sondern auch die neue Gitarristin Uche Yara.

Die als Uchenna Yara Katzmayr in Linz geborene Musikerin ersetzt Michael Krammer. Er war nach 18 Jahren im Frühjahr wegen „innerer Unruhe, gesundheitlichen Themen und einer existenziellen Krise“ ausgestiegen, hauptsächlich aber, weil sich sein Lebensmittelpunkt nach Südamerika verlagert hat.

Publikumsliebling

Es ist keine Überraschung, dass ihm Yara nachfolgt. Sie trat schon bei der „Gelb ist das Feld“-Tour im Vorprogramm von Bilderbuch auf und verstärkte die Band bei den beiden Auftritten im Ernst-Happel-Stadion – einmal im Vorprogramm der Rolling Stones, das andere Mal beim Benefizkonzert für die Ukraine.

Als Solistin spielt Yara Drums und Gitarre, singt, schreibt ihre eigenen Songs, die deutlich ihre nigerianischen Wurzeln erkennen lassen. Hier im Flex ist sie aber ganz Rockgitarristin, wirkt mit ihrer Kappe und darunter vorquellenden Locken wie ein dünner, großer Slash. Auch weil Bilderbuch mit den neuen Songs „Unterwasser“ und „Irgendwo“ starten, bei denen sie rasante Drumattacken und wuchtige Gitarren mit Ernsts melodiösem Gesang verbinden.

Yara entpuppt sich sofort als Publikumsliebling. Jedes ihrer Soli wird bejubelt, sei es bei alten Hits wie „Softpower“ oder „Bungalow“ oder dem neuen Song „Push Reality“, der Techno-Beats mit Rock-Power fusioniert. In der Mitte des Konzertes duellieren sich Yara und Ernst fast zehn Minuten lang an den Gitarren, wollen vor lauter Freude daran gar nicht mehr aufhören.

  „Meine brillante Karriere“: Schreiben und Schmachten im Outback

Natürlich ist der Bilderbuch-Superhit „Maschin“ der Höhepunkt im Set. Aber auch die neuen, noch nie davor live gespielten Songs, „Baby Junkie“, „Wahrscheinlich war es der Lippenstift“ und „Finstere Erleuchtung“ können begeistern und zeigen, dass Bilderbuch es auch mit „∞+1“ immer noch verstehen, sich die unterschiedlichsten Stile zu eigen machen und sie mit eingängigen Refrains zu verbinden. Und das wiederholte „Push Reality“ am Schluss zeigt, dass mit der energetisch aufspielenden Yara würdiger Ersatz für Krammer gefunden wurde.

…read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 5 times, 5 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.