
Die Regierung hat die Reform der betrieblichen Altersvorsorge auf den Weg gebracht. Es soll die zweite Pensionssäule neben der staatlichen breiter aufstellen und den Zugang zu einer betrieblichen Zusatzpension erleichtern. Künftig soll ein Generalpensionskassenvertrag allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern offenstehen und ein Transfer der Abfertigung Neu in eine Zusatzpension möglich sein.Derzeit haben nur 25 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Österreich Zugang zu so einer betrieblichen Zusatzvorsorge.
„Die Bundesregierung setzt mit dieser Reform einen wichtigen Schritt zur Modernisierung des Pensionssystems“, sagte Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen, bei einem Hintergrundgespräch am Mittwoch. Nun sei es wichtig, die Reform rasch umzusetzen und darüber aufzuklären. „Jetzt liegt der Auftrag neben der Politik auch bei den Pensionskassen und bei den Unternehmen: Wir müssen gemeinsam informieren und überzeugen, um mehr Arbeitgeber zu gewinnen und die betriebliche Altersvorsorge als attraktives Angebot für eine bessere Absicherung im Alter zu verankern“, so Zakostelsky.
68 Prozent sehen Bedarf an betrieblicher Altersvorsorge
Der Bedarf ist gegeben. Laut einer Umfrage von Unique Research im Auftrag des Fachverbands sehen 68 Prozent der befragten 500 Berufstätigen zusätzlich zur staatlichen Pension Bedarf an betrieblicher Altersvorsorge. 22 Prozent gehen eher davon aus, dass die staatliche Pension allein ausreicht. Besonders offen zeigen sich jüngere Berufstätige, höher Gebildete sowie Personen, die mit den bisherigen Erträgen der Abfertigung Neu zufrieden sind. Den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge bewerten 36 Prozent positiv, 31 Prozent stehen ihm laut Umfrage offen gegenüber.
Umwandlung der Abfertigung Neu halten 45 Prozent für sinnvoll
45 Prozent halten es für sehr oder eher sinnvoll, die Abfertigung Neu in eine monatliche Zusatzpension umzuwandeln. Bei den Prioritäten nannten 31 Prozent steuerliche Vorteile und 29 Prozent höhere Ertragschancen, 36 Prozent bezeichneten mehr Sicherheit und Garantien als besonders wichtig.
„Die Studie zeigt, dass die Abfertigung Neu für viele Menschen ein wichtiger Hebel für zusätzliche Altersvorsorge sein kann. Wenn es gelingt, dieses Kapital stärker für eine lebenslange Zusatzpension nutzbar zu machen, entsteht ein konkreter Mehrwert für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, sagt Zakostelsky. Die Pensionskassen würden dazu zwei Produktschienen entwickeln: ein chancenorientiertes Modell mit höheren Ertragsmöglichkeiten und ein konservativeres Modell mit mehr Sicherheit„, sagt Zakostelsky.
Performance im ersten Halbjahr bei 4,83 Prozent
Pensions- und Vorsorgekassen vertreten laut Angaben des Verbandes derzeit über 5 Millionen Anwartschafts- und Leistungsberechtigte und veranlagen mehr als 50 Milliarden Euro. Laut Daten der OeKB erzielten die Pensionskassen im ersten Halbjahr 2026 eine Performance von 4,83 Prozent. Die langfristige Performance seit 1991 liegt aktuell bei 5,02 Prozent pro Jahr. Allerdings lag die durchschnittliche Rendite seit Einführung der Abfertigung Neu im Jahr 2003 bis 2023 zum Teil unter der Inflationsrate.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



