
Sein politisches Leben war ein einziges Auf-und-Ab, gespickt mit Gerüchten, Scharmützeln, Intrigen und Skandalen. Er stolperte und stand wieder auf. Selbst ein Amtsenthebungsverfahren im US-Kongress konnte ihm nichts anhaben, weswegen sich der 42. US-Präsident (1993-2001) selbst den Namen „Comeback-Kid“ gab. Heute, Mittwoch, feiert Bill Clinton seinen 80. Geburtstag.
Der bekannteste Skandal, den der passionierte Saxophonspieler überstehen musste, war die Affäre um Monica Lewinsky, die den Staatschef fast zu Fall gebracht hätte. Die junge Frau war in den 1990er-Jahren Praktikantin im Weißen Haus.
Clinton stritt eine sexuelle Beziehung zu ihr zunächst ab und rückte erst nach und nach mit der Wahrheit raus. In einer Fernsehansprache gab er im Sommer 1998 schließlich zu, eine Beziehung zu Lewinsky gehabt zu haben. Das Amtsenthebungsverfahren im Parlament ging am Ende für Clinton glimpflich aus.
Seine Frau Hillary wandte sich in dieser Zeit ebenso wie davor und danach (bei einigen Seitensprüngen) nie von ihm ab. Mehr noch: Die Clintons galten als Power-Paar der Demokraten. Bill Clinton war 46 Jahre alt, als er ins Weiße Haus einzog. Er hatte sich bei der Wahl 1992 gegen den damals amtierenden Präsidenten George W. Bush sen. durchgesetzt.
Bushs sen. gleichnamiger Sohn sollte wiederum Clinton 2001 ablösen. Hillary Clinton ihrerseits wurde später Außenministerin unter Barack Obama (2009-2017). Beim Versuch, als Kandidatin der Demokraten selbst US-Präsidentin zu werden, unterlag sie 2016 überraschend Donald Trump.
Geboren wurde Bill Clinton im südlichen US-Bundesstaat Arkansas, wo er zunächst viele Jahre Gouverneur war. Seinen Vater sollte er nie kennenlernen, er starb nach einem Verkehrsunfall vor der Geburt seines Sohnes. In der Highschool-Zeit nahm dieser den Nachnamen seines Stiefvaters Roger Clinton an. Seine spätere Frau Hillary lernte er an der Uni kennen, beide brannten für Politik. Die beiden heirateten in den 1970er-Jahren und haben die gemeinsame Tochter Chelsea.
Als „Kind der Roaring Sixties“ waren auch Drogen ein Thema. Der spätere US-Staatschef bestritt gar nicht, Marihuana konsumiert zu haben, fügte aber den später geflügelten Satz hinzu: „But I didn’t inhale“ (Ich habe nicht inhaliert).
Seine zwei Amtszeiten fielen in die „goldenen 90er“ zwischen dem Fall der Berliner Mauer (1989) und dem Terror von 9/11 im Jahr 2001. Das westliche Modell schien sich ein für alle Mal durchgesetzt zu haben, alles war auf Optimismus getrimmt, die Wirtschaft boomte, als US-Präsident konnte er das große Budgetdefizit in einen Haushaltsüberschuss drehen. Clinton schaffte es in diesem Umfeld 1993 sogar, Israels Premier Yitzhak Rabin und PLO-Chef Yassir Arafat zu einer grundsätzlichen Vereinbarung über eine palästinensische Autonomie zu gewinnen – und damit die Hoffnung auf einen Nahost-Frieden zu entfachen.
Dennoch gelang es Clintons Vize Al Gore nicht, diesen Schwung bei der Wahl 2000 mitzunehmen. In einem Wahlkrimi, der mehrere Wochen dauerte, reüssierte schließlich George Bush jun.
Nach seiner Amtszeit engagierte sich Bill Clinton vor allem im Kampf gegen Aids. Daneben rührte er die Werbetrommel für demokratische Präsidentschaftskandidaten und vor allem eben auch für seine Ehefrau Hillary.
Zuletzt holte den heutigen Jubilar der Epstein-Skandal ein. Der Ex-Präsident bestreitet aber seit Jahren jegliches Fehlverhalten im Kontext seiner Bekanntschaft zu Epstein, der einen Ring zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen unterhalten hat und 2019 in einer Gefängniszelle starb. Von …read more
Source:: Kurier.at – Politik



