Kinder der Muehl-Kommune sollen 2,5 Millionen Entschädigung bekommen

Kultur

Jene Kinder, die zwischen 1972 und 1990 in der vom Künstler Otto Muehl begründeten Kommune am Friedrichshof im Burgenland lebten und dort teilweise Opfer von Missbrauch und psychischer und/oder physischer Gewalt wurden, sollen nun auch eine materielle Entschädigung erhalten. Das berichtet Die Presse unter Berufung auf die Ex-Kommunardin Gitta Verlei, die am Friedrichshof lebt und sich für eine Regelung des seit Jahrzehnten schwelenden Konflikts einsetzte.  

Die Leiterin der Genossenschaft, die nach der Auflösung der Kommune 1990 die Immobilien verwaltet und die Auszahlung leisten soll, war urlaubsbedingt für keine Stellungnahme erreichbar. Wie Verlei dem KURIER auf Nachfrage bestätigte, soll es aber um einen Betrag von 2,5 Millionen Euro gehen, der unter 160 Personen aufgeteilt werden soll. Diese Zahl ergebe sich aus den Kindern, die während der 18 Jahre, in denen die Kommune bestand, am Friedrichshof geboren wurden oder dort aufgewachsen seien. 

Manche, aber nicht alle davon sind in dem Verein „Mathilda“ organisiert, der sich in der Vergangenheit immer wieder zum Leben in der Kommune äußerte, die als künstlerisch-lebensreformerisches Experiment begann, aber zunehmend entgleiste. Die Mitglieder wiesen immer wieder darauf hin, dass in dem Kontext auch vordergründig harmlose Kunstwerke entstanden, die aber für die Beteiligten mit traumatischen Erfahrungen verbunden sind. 

Die genauen Modalitäten der Entschädigung würden noch immer ausgearbeitet, sagt Verlei. Wann es zu Zahlungen käme, läge nicht zuletzt am Ausgang von Verfahren, die Ex-Kommunarden, die mit der Vorgehensweise nicht einverstanden waren, gegen die Genossenschaft angestrengt haben. 

Die Genossenschaft, zu deren rund 300 Mitgliedern heute auch einstige Friedrichshof-Kinder zählen, verfügte nach 1990 auch über die „Sammlung Friedrichshof“, in der sich neben Werken von Muehl auch etliche Schlüsselwerke des Wiener Aktionismus fanden. 2022 an ein Konsortium um den Kunsthändler Philipp Konzett verkauft, bildet die Sammlung heute den Grundstock des „Wiener Aktionismus Museums“ (WAM), das mittlerweile von Ex-Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder geleitet wird. Am 10. September soll dort eine Ausstellung zu Muehl eröffnen. Titel: „Kunst am Abgrund“. 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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