Studie: Eure Freunde bringen euch unbewusst dazu, schlechte Finanzentscheidungen zu treffen

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Eure Freunde können euch unterbewusst dazu bringen, dass ihr ein finanziell höheres Risiko eingeht als ihr es alleine würdet.

Habt ihr schon einmal etwas gekauft, das ihr eigentlich zu teuer fandet, weil ihr es bei euren Freunden gesehen habt? Eine Cold-Drip-Kaffeemaschine, Designer-Sneaker oder einen Cocktail für 13 Euro vielleicht? Dann seid ihr damit vermutlich nicht alleine. Bei finanziellen Entscheidungen kann es passieren, dass ihr mehr Risiko eingeht, wenn eine Bezugsperson in eurem sozialen Umfeld ein höheres Startkapital hat als ihr. Das zeigt die Studie „Decisions under uncertainty in social contexts“ von einem Team aus Wirtschaftswissenschaftlern der Georg-August-Universität Göttingen.

Wer im Vergleich weniger Einkommen erzielt, ist risikofreudiger

„In der Nachbarschaft oder im Freundeskreis will man nicht unbedingt herausstechen. Das würde einen isolieren“, erklärt Stephan Müller, Ökonom an der Georg-August-Universität Göttingen und Mitautor der Studie, im Gespräch mit Business Insider. Wenn ihr studiert und abends all eure Freunde weggehen, kommt ihr zum Beispiel vielleicht mit, obwohl ihr eigentlich sparen müsstet.

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift „Games and Economic Behavior“ erschienen ist, untersuchten die Wirtschaftswissenschaftler bewusst auch den Zusammenhang zwischen Risikobereitschaft und sogenannter Ungleichheitsaversion. Das heißt, die Wissenschaftler wollten auch wissen, wie stark Teilnehmer der Studie Ungleichheit in beide Richtungen empfanden, die sich ausgleichen wollten — und bezogen diese Ergebnisse in ihre Studie mit ein.

Die soziale Distanz soll verkleinert werden

In ihrer Studie nennen die Wissenschaftler zur Veranschaulichung ein ganz konkretes Beispiel und beziehen sich auf den „Keeping up with the Joneses“-Effekt: Wenn ihr ein teureres Auto als euer Nachbar besitzt, kann es sein, dass sich dieser mit euch vergleicht und auch ein teureres Auto haben will. Er geht dafür ein höheres Risiko ein und investiert etwas von seinem Ersparten. „Die Präsenz einer Bezugsperson, die ein höheres Startkapital hatte, führte zu einem risikofreudigerem Verhalten der Teilnehmer“, sagt Müller.

Doch der Effekt wirkt auch in die andere Richtung. Um die Distanz zur Gruppe nicht zu sehr zu vergrößern, wollen sich diejenigen, die mehr besitzen, nicht noch mehr von der Gruppe abheben. Wenn ihr studiert und all eure Freund von ihren Geldproblemen erzählen, dann redet ihr vermutlich nicht auf einmal von euren Ersparnissen. In der Studie waren die Teilnehmer risikoscheuer, wenn sie mehr hatten als eine Bezugsperson.

„Investitionsentscheidungen werden von dem Motiv beeinflusst, die soziale Distanz verkleinern zu wollen“, erklärt der Experte. Die oben beschriebene Ungleichheitsaversion wirkt sich laut der Studie ebenfalls auf eure Entscheidungen aus. „Diese Effekte waren besonders stark bei Teilnehmern mit einer großen Abneigung gegen Einkommensunterschiede“, sagt Müller.

Bei der Studie mussten bei einem Laborexperiment 236 Studierende jeweils aus einer Liste an Lotterien wählen. Die verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten waren mal risikoreicher, mal risikoärmer. Es gab also unterschiedlich hohe Gewinne bei unterschiedlich hohem Risiko. Die Teilnehmer wählten mehrmals. Dabei konnten sie sich nicht untereinander absprechen. Im ersten Schritt trafen sie ihre Entscheidungen unabhängig voneinander. Bei weiteren Entscheidungen hatten die Studierenden eine Bezugsperson. Sie wählten wieder aus einer Lotterie, wieder ohne sich abzustimmen. Dieses Mal jedoch hatten die jeweiligen Teilnehmer finanziell unterschiedlich gute Startbedingungen und waren sich dieser bewusst. Es zeigte sich: Wenn die Teilnehmer finanziell schlechter gestellt waren als ihre Bezugsperson, waren sie risikofreudiger. Wenn sie finanziell besser gestellt …read more

Source:: Business Insider.de

      

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