
Begonnen hat es mit einer Enttäuschung. Also zumindest für die Dame, die den Bus nehmen wollte: „Foahrt heute kein 4A?“ Nein, tut er nicht, denn heute fährt hier Cosmós Straßenbahn Richtung Stadthalle in Rudolfsheim-Fünfhaus ab. Und außerdem wird es jetzt wirklich Zeit, dass die Wiener zur Kenntnis nehmen, dass langsam aber echt der Ausnahmezustand in ihrer Stadt eintreten muss. Denn am Sonntag wird der Song Contest 2026 am Rathausplatz eröffnet.
Normalerweise werden Österreichs Vertreter ja am Flughafen verabschiedet, aber Cosmó hat es ja nicht so weit. Schon nach seiner Kür hat er sich gefreut, dass seine Anreise verkürzt wird und er mit der Bim zum Auftritt fahren kann.
Das wurde Dienstag Nachmittag denn auch mit einer beträchtlichen Anzahl an Kamerateams zelebriert. Auch mit dabei in der mit Sternballons und Luftschlangen dekorierten Bahn: Luxemburgs Teilnehmerin Eva Marija, die sich der Tanzschein-Prüfung stellen musste. Und außerdem dabei: Auri. Das pink-lila ESC-Maskottchen war zwar, wie „Reiseleiter“ und Ö3-Moderator Max Bauer bemerkte, „nicht sehr gesprächig, aber talentiert im Winken“.
Innere Tiere
Auri hat übrigens wirklich sehr große Füße. Und Auri durfte als Einziger schon bei der Oper aussteigen. Das zerstörte die Chance auf ein Interview darüber, welche Musik das große Plüschtier eigentlich wirklich in seinen Kopfhörern spielt. Und es warf die Frage auf, was Auri im Musiktheaterhaus vorhat. Die einzige Opernrolle mit großen Clownfüßen ist in „Pagliacci/Der Bajazzo“ und das ist da gerade nicht am Spielplan. Vielleicht wollte er aber auch auf den Stehplatz zur Vorstellung von „L’Elisir d’Amore“. Jedenfalls hätten nach dem Abgang des hüftstarken Auri drei Leute mehr Platz in der Cosmó-Bim gehabt, aber es durfte keiner rein. Auch nicht der Mann, der entnervt den Türknopf von außen gedrückt hat und das mit dem Ausnahmezustand wohl auch noch nicht mitgekriegt hat.
Später Walzer
Bauer entlockte Cosmó ein paar Details über den Auftritt: Wenig überraschend werde das Tanzen bei „Tanzschein“ im Vordergrund stehen und die Story „Tanz dein inneres Tier aus dir heraus, um zum Menschen zu werden“. Die Kostüme werden eine Zeitreise durch die Tanzepochen der 1970er bis 2000er abbilden. Die kantigen Tiermasken werden voluminöser sein. Es gab den unvermeidlichen Choreografie-Crashkurs. Der 19-Jährige wies noch darauf hin, dass diese Woche seine EP „Lieber tanz ich weiter“ erscheint. Darauf ist auch das Lied „Alle meine Freunde“, in dem es um Walzer geht. Diesen so österreichischen Tanz kann Cosmó übrigens gar nicht, hat er in einem Interview einmal gestanden. Im Sommer ist der Sänger mit dem Stern im Gesicht dann als Support für Folkshilfe, Aut of Orda und Pizzera & Jaus live zu erleben, bevor im Oktober seine eigene Tour startet. Aber am Donnerstag steht erst mal die erste Probe für den ESC an.
Die Fahrt führte über den Ring vorbei am Eurovillage Rathausplatz („Achtung Baustelle!“). Gegenüber der Börse dämmerte einem Wartenden, wovon er gerade Zeuge wird, und er zeigte seinem Freund extrem unaufgeregt mithilfe eines Hotdogs, das da „Cosmó“ auf der Bim-Anzeige steht. Mehr Ausnahmezustand war halt nicht drin.
Source:: Kurier.at – Kultur



