Comeback nach einem Jahr: Gernot Trauner träumt von der WM

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Den 21. Juni 2024 wird Gernot Trauner in seinem Leben wohl nie vergessen. Es war die 9. Minute im EM-Spiel gegen Polen, als der Innenverteidiger im gegnerischen Strafraum nach einer Flanke von Phillipp Mwene hochstieg und Österreich vor 70.000 Fans im Berliner Olympiastadion und Millionen von TV-Zusehern in Führung brachte. Mit einem perfekten Kopfball, wuchtig und platziert ins Kreuzeck, Österreich gewann mit 3:1.

Treffsicher war der heute 34-Jährige damals auch bei den Interviews danach. „Es war ein sehr, sehr wichtiges Tor. Das wird mir immer in Erinnerung bleiben. Es ist schon sehr, sehr besonders – dass ich überhaupt dabei bin bei der EURO nach so einem schwierigen Jahr und dann auch spiele.“

Lange verletzt

Tatsächlich hatte Trauner damals in der Saison vor der Europameisterschaft rund die Hälfte der Partien seines Klubs Feyenoord Rotterdam verletzungsbedingt verpasst. Zunächst wegen Knieproblemen, dann aufgrund einer Oberschenkelverletzung. Für das EM-Ticket musste der Routinier im Frühjahr 2024 viele Extra-Schichten einlegen.

Kann es sein, dass sich die Geschichte von Gernot Trauner im Jahr 2026 wiederholt? Diesmal wäre es jedenfalls noch deutlich außergewöhnlicher.

Fakt ist: Der Oberösterreicher hat am 12. April bei Feyenoord nach fast einem Jahr ohne Pflichtspiel sein Comeback gegeben und zuletzt auch zwei Mal mehr als eine Stunde die Abwehr des niederländischen Topklubs dirigiert. Vor allem beim 3:1-Sieg gegen Groningen soll Trauner dabei auch richtig stark gespielt haben.

Langsame Reha

Probleme mit seinem linken Knie hatten Trauner über so lange Zeit außer Gefecht gesetzt. Wohlüberlegte und langsame Schritte in der Reha haben schließlich dazu geführt, dass der Legionär wieder auf hohem Level spielen kann, wenn auch nicht alle drei Tage.

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Ralf Rangnick wird das alles ganz genau verfolgen. Der Teamchef ist von Trauner überzeugt. Dabei ist es neben der außergewöhnlichen Kopfballstärke, der feinen Passtechnik und der Ruhe im Spielaufbau vor allem ein Attribut Trauners, das Rangnick so schätzt: Das sogenannte Vorwärts-Verteidigen, also das aggressive Herausrücken aus der Viererkette, um Pässe abzufangen, macht den Routinier zu einem Innenverteidiger moderner Prägung, der perfekt zu Rangnicks Pressing-Stil passt. Gelernt hat Trauner das einst beim LASK von Trainer Oliver Glasner. Und der wiederum hat ganz viel von Ralf Rangnick gelernt.

Die Sinnfrage

Ob sich die WM für Trauner ausgeht, wird man am 18. Mai wissen. Da nominiert der Teamchef seinen Kader für die Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada. Und trotz aller Qualitäten Trauners wird Rangnick sich gut überlegen, wie viel Sinn die Nominierung eines Spielers macht, der ein Jahr lang nicht Fußball gespielt hat und bei einer WM-Endrunde auch eher nicht mehrere Spiele hintereinander absolvieren wird können.

Vor allem, weil selbiges auch auf zumindest einen weiteren Innenverteidiger zutrifft: David Alaba. Und dass der Kapitän an Bord ist, davon kann man ausgehen.

Gernot Trauner selbst ist lange genug dabei, um seine Chancen einschätzen zu können. Dem großen Traum ordnet er alles unter. Jede Einsatzminute erhöht die WM-Chance. Zwei Runden sind in den Niederlanden noch zu spielen. Mit einem Sieg gegen Alkmaar kann Feyenoord am Sonntag Platz zwei hinter Meister PSV Eindhoven absichern. Ralf Rangnick wird wohl wieder genau hinsehen.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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