„Der Alpenkönig“ in Gutenstein: Die Zauberwelt des Ferdinand Raimund

Kultur

Vor drei Jahren hat der ehemalige ORF-Landesdirektor Norbert Gollinger die Intendanz des Sommertheaters in Gutenstein übernommen. Mit dem Versprechen, dass man wieder zum Ursprung zurückkehren und ganz auf die Stücke von Ferdinand Raimund setzen werde. Aus den Festspielen wurden wieder die Raimundspiele.

Mit „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ ist ihm und seinem Team diese Rückkehr bisher am besten gelungen. Am Freitag war Premiere im Theaterzelt im Bleichgarten. Selten zuvor ist das Publikum danach so lange auf den Plätzen geblieben, um dem Ensemble Applaus zu spenden.

Selbsterkenntnis

Das Zauberspiel, in dem der Alpenkönig den Menschenfeind Rappelkopf mit einer Art Selbsterkenntnis-Therapie davon überzeugt, dass sich seine Frau, seine Tochter, deren Liebhaber und die Dienerschaft nicht gegen ihn gestellt haben, zählt zu den bekanntesten Stücken von Ferdinand Raimund. Und passt irgendwie ideal in die Naturkulisse des Piestingtals.

Dominiert wird die Aufführung von Andreas Patton in der Rolle des Herrn Rappelkopf. Oft reicht bei ihm der Gesichtsausdruck, um den inneren Zwiespalt des Menschenfeindes sichtbar zu machen. Der Alpenkönig wird von einer Frau verkörpert: Elisa Seydel überzeugt vor allem in jenem Teil, in dem sie in die Rolle des Herrn Rappelkopf schlüpft.

Das Ensemble bietet insgesamt eine gute Leistung. Mit dabei wieder Publikumsliebling Rudi Roubinek als Diener Habakuk. Sein weibliches Gegenüber, das Lieschen, spielt Theresa Ludwig, die für manche Szenen besonderen Zwischenapplaus erhalten hat.

Regie führte wie im Vorjahr Lea Dalfen, das schlichte Bühnenbild hat Simina Nicolaescu geschaffen. Besonders erwähnenswert ist noch die musikalische Begleitung, die Tobias Grabher für eine Violine und ein Violoncello angepasst hat.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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