Die Kunstmarkt-Party geht weiter: Neue Rekorde bei Auktionswoche

Kultur

Nach Warhols „Marilyn“ setzte Christie’s in der Nacht zum Freitag weitere 843 Millionen US-$ um. Dino „Hector“ erzielte 12,4 Millionen

In der New Yorker Auktionswoche, traditionell ein Gradmesser für die Kauflust am High-End-Kunstmarkt, hat das Auktionshaus Christie’s bis Freitag 1,26 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Auf den mit Spannung erwarteten Verkauf des Siebdrucks „Shot Sage Blue Marilyn“ von Andy Warhol, der am Dienstag um 195 Millionen US-Dollar (rund 185 Millionen Euro) den Besitzer wechselte, folgte am Donnerstagabend (Ortszeit) eine weitere Abendauktion mit einem Gesamtumsatz von 843,7 Millionen US-$ (rund 812 Millionen Euro). Da der zweite Auktionsriese Sotheby’s seine hochkarätigen Angebote erst in der kommenden Woche versteigert, dürfte das vorab postulierte Ereignis, wonach die Auktionswochen die Zwei-Milliarden-Marke knacken würden, sehr wahrscheinlich eintreffen.

Christie’s hielt am Donnerstag gleich drei Auktionen ab: Zum einen wurden Highlights aus der Sammlung von Anne Bass, geschiedener Ehefrau des Öl-Milliardärs Sid Bass, verkauft, darunter ein Gemälde von Claude Monet, das das britische Parlamentsgebäude zeigt. Es erzielte einen Preis von 75,9 Millionen US-Dollar (inklusive Prämien). Die Skulptur einer Ballettänzerin von Edgar Degas erzielte 41,6 Millionen US-Dollar, ein neuer Rekord für den Künstler.

Christie’s

Im Bereich „Kunst des 20. Jahrhunderts“ kamen einige Werke der Klassischen Moderne zur Auktion – etwa eine Büste von Pablo Picasso, die das Metropolitan Museum zur Aufstockung seines Ankaufsbudgets verkaufte. Dies war möglich, weil der Sammler Leonard Lauder dem Museum eine ähnliche Büste geschenkt hatte. Das Stück erzielte 42 Millionen US-Dollar (inkl. Prämien).

Auch die Malerin Helen Frankenthaler, in Österreich derzeit in Krems zu sehen, war in der Auktion präsent – das Werk „February’s Turn“ (1979) erzielte 3,5 Millionen US-$. Wiedererkennungswert für österreichische Museumsbesucher hatte auch ein Totenkopf-Siebdruck von Andy Warhol (24 Mio. US-$ – ein ähnliches Stück befindet sich im mumok) oder ein von Edvard Munch inspirierter Warhol-Druck (4,7 Millionen, vergleichbar mit Stücken in der aktuellen Schau der Albertina).

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Christie’s

Zur Überraschung geriet dann aber ein Werk des vergleichsweise unbekannten US-Malers Ernie Barnes. „The Sugar Shack“, das 1976 gemalte Bild eines afroamerikanischen Tanzfests (siehe ganz oben), erzielte den Rekordpreis von 15,2 Millionen US-$. Das ist rund das 76-fache des Schätzwertes (er war bei 200.000 US-$ gelegen) und rund das 28-fache des bisherigen Auktionsrekordes für Barnes (550.000 US-$).

Pokerkönig als Kunstkäufer

Als Käufer gab sich der Unternehmer Bill Perkins zu erkennen, der sich als Hedgefonds-Manager, aber auch als Hochrisiko-Pokerspieler einen Namen gemacht hat. Er sei mit dem Bild aufgewachsen, als dieses in der TV-Serie „Good Times“ verwendet wurde, gab er zu Protokoll. Auch auf dem Cover des Albums „I Want You“ von Marvin Gaye (1976) hatte das Bild Verwendung gefunden.

Dass sich kulturelle Schwerpunkte und Käuferinteressen verschieben, zeigte auch das Dinosaurierskelett, das im Anschluss an die Auktion von Kunstwerken des 20. Jahrhunderts versteigert wurde. Das Fossil eines „Deinonychus Antirrhopus“, das unter dem Spitznamen „Hector“ verkauft wurde, war mit dem Hinweis angepriesen worden, dass der besagte Dino-Typ als Vorlage für den „Velociraptor“ in der Jurassic Park-Serie gedient hatte. Das Skelett erzielte nun mit 12,4 Millionen US-Dollar das doppelte seines Schätzwertes, aber weniger als der Tyrannosaurus „Stan“, der vor einem Jahr um 31,8 Millionen US-$ auktioniert worden war. Letztgenanntes …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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