ORF-Besetzungen: Wen Pig für die neun Landesstudios holen könnte

Kultur

Die Uhr für den neuen ORF-Generaldirektor Clemens Pig tickt. Am 21. Juli stimmt der Stiftungsrat über seine Kandidatenriege für vier zentrale Direktionen und neun Länderstudios ab. Die Bewerbungsfrist endet am 14. Juli.

Wie Pig seine Direktorensuche anlegt, darüber ist wenig bekannt. Sie muss jedenfalls dem Europäischen Medienfreiheitsgesetz entsprechen. Das hat schon seine Kür kompliziert gemacht. Diese Situation macht manche nervös und gibt anderen Hoffnung. Formal nichts mehr mitzureden haben Landeshauptleute. Ihr Anhörungsrecht wurde gestrichen. In der Realität braucht es aber eine Gesprächsbasis.

Pig hat sich bisher nur in eine Richtung festgelegt: Er strebt auch bei den Landesdirektionen Geschlechterparität an. 

Bisher gibt es drei Direktorinnen – zwei gehen in Pension. Das sind Waltraud Langer (Salzburg) und Karin Bernhard (Kärnten).

Einen altersbedingten Wechsel dürfte es auch in der Steiermark geben, wo Gerhard Koch (65) an der Spitze steht. Wird Alexander Hofer, wie vielfach erwartet, als Direktor auf den Küniglberg berufen, gibt es auch in NÖ Handlungsbedarf. Es kündigen sich also viele Rochaden an. Das macht bei der Namensfindung viel Fantasie – die mitunter nicht zu den Ausschreibungsbedingungen passt.

Wenige Fixstarter

In die Verlängerung dürften gehen: Edgar Weinzettl in Wien und in Tirol Esther Mitterstieler.

Für Oberösterreich wieder bewerben wird sich Klaus Obereder. Eine Personalreserve wäre Chefredakteur Stefan Hartl. Ex-Innenpolitik-Chef Hans Bürger, oft für OÖ genannt, visiert hingegen 2027 die Pension an.

Alexander Hofer hat den ORF in Niederösterreich in ruhige Fahrwasser geführt und wäre Fixstarter. Wechselt er, könnte Claudia Schubert, seit 2025 Chefredakteurin, übernehmen – so sie das will. Nach zweimaliger Ablehnung als ORF-Generalin durch den Stiftungsrat könnte TV-Magazin-Chefin Lisa Totzauer via St. Pölten Schwung holen.

  Wenn sich die Künstliche Intelligenz selbst verdaut

Aufstieg oder baldige Pension – das könnte in Salzburg die Frage für Langzeit-Chefredakteur Gerd Schneider (63) werden, der das Vertrauen der politischen Landesspitze genießt. Spekuliert wird, dass der Vorarlberger Landesdirektor Markus Klement in seine frühere Uni-Stadt beordert wird. Dann könnte Chefredakteurin Angelika Simma-Wallinger als Direktorin in Bregenz das Frauenkontingent aufstocken. Das geht einfacher mit der Salzburgerin und ORF-Wirtschaft-Ressortleiterin Kristina Stiller. Genannt wird auch Brüssel-Korrespondentin Raffaela Schaidreiter, derzeit in Karenz.

Mehr als nur Formalitäten

Die Ausschreibungskriterien – etwa Führungserfahrung oder eine entsprechende Ausbildung – spielen diesmal eine große Rolle. Ob das für „ZiB“-Anchorwoman Nadja Bernhard zutrifft, die für die Steiermark kolportiert wird, ist Stoff für Diskussionen. Gleiches gilt für Susanne Schnabl („Das Gespräch“), die für den ORF Kärnten in Spiel gebracht wird.

In Graz könnten letztlich der bürgerliche Chefredakteur Wolfgang Schaller oder Radio-Programmchefin Sigrid Hroch das Rennen machen. In Klagenfurt wird Radio-Programmchef Martin Weberhofer favorisiert.

Werner Herics, bei Landeshauptmann Hans Peter Doskozil nicht so toll angeschrieben, will in Eisenstadt bleiben. Wird er weggelobt, wäre Ex-ORF2-Chefredakteur Matthias Schrom, derzeit Kommunikationschef der Burgenland Holding, logisch. Auch „Burgenland heute“-Moderatorin Elisabeth Pauer-Gerbavsits wird genannt.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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