Bund gibt erstmals Regeln für alle Kindergärten vor

Politik

Im Bildungsbereich haben wir ein gewachsenes System aus Kompetenzen bei den Ländern, beim Bund oder beiden. Das lähmte Reformen, aber vor allem den schulischen Alltag. Nun soll sich das ändern – was ist also das Ergebnis im Bildungsbereich?

Die Reformpartnerschaft hat sich auf ein Paket zur Neuordnung des österreichischen Bildungssystems geeinigt. Die Schwerpunkte liegen auf einheitlichen Kindergarten-Standards und einer Neuorganisation des Schulpersonals.

Kindergärten: Bisher waren Kindergärten alleinige Ländersache – künftig soll der Bund in einem Qualitätsrahmengesetz mit Verfassungsrang einheitliche Mindeststandards festlegen. Konkret geht es um:

Gruppengrößen: Bei den Drei- bis Sechsjährigen sinkt die Höchstzahl schrittweise von 25 auf 22 Kinder. Bei den unter Dreijährigen gilt künftig eine Obergrenze von 15 Kindern, bei den Kleinsten verbessert sich das Verhältnis schrittweise von derzeit 1:7,5 auf 1:6 nach fünf Jahren und 1:5 nach zehn Jahren.

Ausbildung: Für Assistenzkräfte wird eine bundesweite Mindestausbildung mit Berufsberechtigung eingeführt – das soll auch den Wechsel zwischen Bundesländern erleichtern.

Sprachförderung: Das Angebot wird ausgebaut; Kinder mit Förderbedarf sollen im letzten Kindergartenjahr zumindest 30 Stunden pro Woche betreut werden.

Elterngespräche: Entwicklungsgespräche mit den Erziehungsberechtigten werden verpflichtend.

Personal aus einer Hand Bisher konnten in einer einzigen Schulklasse bis zu vier verschiedene Dienstgeber zuständig sein – Bund, Länder, Gemeinden und private Organisationen. Das soll sich durch eine Bündelung des gesamten Schulpersonals bei den Bildungsdirektionen ändern. Dazu zählen künftig nicht nur Lehrkräfte, sondern auch Schulpsychologinnen, Sozialarbeitende und Nachmittagsbetreuer.

Bei Pflichtschulen (Volks- und Mittelschulen) übernehmen die Länder den Vollzug in der Bildungsdirektion.

Bei Bundesschulen (AHS und BMHS) bleibt der Bund zuständig – ebenso für Pädagogik, Finanzierung und Personalbereitstellung.

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Die Bildungsdirektionen bleiben gemischte Bund-Länder-Behörden, sollen aber entpolitisiert und serviceorientierter werden.

Fazit: Gute erste Schritte, Reformbedarf bleibt dennoch groß.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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