Österreichs Wirtschaft stagniert: WIFO sieht nur schmale Erholung

Wirtschaft

Die heimische Wirtschaft stagniert. Laut WIFO-Schnellschätzung vom Dienstag blieb das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal unverändert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ergab sich nur noch ein Zuwachs von 0,8 Prozent. Der Ölpreisschock habe zwar die Konjunkturerholung unterbrochen, die Industrieproduktion stieg jedoch im Jahresvergleich entgegen dem Auftragstrend.

„Wichtige Vorlaufindikatoren hellten sich im Juli zwar spürbar auf, die Nachfragebasis blieb jedoch schmal“, so die Ökonomen. Demnach habe die Industrie ihre Produktion so kräftig ausgeweitet wie zuletzt Mitte 2022, allerdings schrumpften die Auftragseingänge weiter. „Seit dem jüngsten Anstieg des Rohölpreises sind die Verkaufspreiserwartungen der Sachgütererzeugung wieder deutlich erhöht. Dies trübt die Aussicht auf eine Abschwächung des allgemeinen Preisauftriebs“, betonte WIFO-Experte Christian Glocker und bestätigte damit erste Zahlen von Ende Juli.

Konsumenten halten sich zurück

Auf der Angebotsseite trat die Industrie, die im I. Quartal noch expandiert hatte, auf der Stelle und im Bauwesen setzte sich der Wertschöpfungsrückgang das fünfte Quartal in Folge fort. In den Dienstleistungen war das Bild uneinheitlich: Den höchsten Zuwachs verzeichneten die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, während die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen und die öffentliche Verwaltung Einbußen hinnehmen mussten, rechneten die Wirtschaftsforscher am Dienstag vor.

Nachfrageseitig stagnierten demnach sowohl die privaten als auch die öffentlichen Konsumausgaben; letztere waren im ersten Quartal noch kräftig gewachsen, gibt das Wirtschaftsforschungsinstitut zu bedenken. „Der öffentliche Sektor, der die Konjunktur in den vergangenen zwei Jahren mehrfach gestützt hatte, fiel damit vorerst als Impulsgeber aus“, so das WIFO in einer Aussendung. Weiters halten die Ökonomen fest: „Auf der Verteilungsseite stiegen sowohl die Lohneinkommen als auch die Kapitaleinkommen, letztere jedoch deutlich kräftiger.“

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Der Ausblick des WIFO gibt Hoffnung. „Wichtige Vorlaufindikatoren hellten sich zuletzt abermals auf“, sagen die Wirtschaftsforscher, um auch gleich wieder einzuschränken: „Diese Aufhellung ruht allerdings auf einer schmalen Basis.“ Der Preisauftrieb habe sich zuletzt abgeschwächt, allerdings überwiegend aufgrund von Einmaleffekten. „Die Kerninflation blieb mit 3,1 Prozent hoch, und die Energiepreise zogen sogar etwas kräftiger an als im Vormonat“, gibt das WIFO zu bedenken.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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