E-Ferrari: Zuerst verspottet, dann um 40 Millionen versteigert

Politik

Von Marieke Rabe

Ferraris erster vollelektrischer Wagen mit dem Namen „Luce“ sollte die Marke in eine neue Ära führen. Im Netz sorgte das Elektroauto nach seiner Vorstellung jedoch zunächst für Spott und heftige Kritik, die negativen Kommentare häuften sich. Nun sorgt das umstrittene Fahrzeug für eine ganz andere Schlagzeile: Bei einer Auktion in Kalifornien wurde das erste jemals gebaute Exemplar für unglaubliche 40 Millionen US-Dollar (etwa 34,5 Millionen Euro) versteigert. Laut Ferrari ist das der höchste Preis, der jemals bei einer Auktion für einen Neuwagen bezahlt wurde.

Spott im Netz

Kaum war der Ferrari Luce vorgestellt, hob im Internet eine regelrechte Welle aus Ablehnung und Spott an. Vor allem das Design sorgte für Aufsehen. Viele Nutzerinnen und Nutzer fanden, dass der Wagen mit seinen vier Türen, fünf Sitzen und der ungewöhnlich glatten, wuchtigen Form kaum noch wie ein klassischer Ferrari aussähe. Statt des für die Marke typischen markanten und sportlichen Auftretens erinnere der Wagen eher an ein gewöhnliches Elektroauto und entferne sich damit deutlich vom traditionellen Ferrari-Design.

In sozialen Netzwerken verbreiteten sich deshalb rasend schnell Memes und Bildvergleiche, in denen der Ferrari unter anderem mit einem Nissan Leaf, dem Fiat Multipla oder sogar mit einer Apple-Maus, einem Toaster oder einem Staubsauger verglichen wurde. 

Die Kritik blieb jedoch nicht auf die sozialen Netzwerke beschränkt. Auch an der Börse reagierten Anleger. Nach der Vorstellung des Autos fiel die Ferrari-Aktie zeitweise um 8,4 Prozent. Die anfängliche Skepsis hielt jedoch nicht lange an und die Aktie erholte sich nach dem Einbruch und lag Mitte August sogar schon über ihrem Kurs vor der Präsentation des umstrittenen Luce.

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Besonderes Einzelstück

Versteigert wurde allerdings nicht irgendein Ferrari Luce, sondern das allererste Produktionsfahrzeug der neuen Baureihe. Das sogenannte „Chassis 0“ trägt eine eigens dafür angefertigte Plakette und wurde über Ferraris Tailor-Made-Programm individuell gestaltet. Für die Umsetzung arbeitete Ferrari unter anderem mit dem ehemaligen Apple-Chefdesigner Jony Ive und dem australischen Designer Marc Newson zusammen. Gemeinsam mit Ferraris eigenem Designzentrum waren sie an der Gestaltung des Exterieurs und Interieurs beteiligt. Ive war zuvor maßgeblich am Design von Produkten wie dem iPhone, iPod und iMac beteiligt.

Die Auktion des Elektroautos fand am 15. August 2026 während der Monterey Car Week in Kalifornien statt. Der Schätzwert lag bei mehr als 1,1 Millionen Dollar, der spätere Verkaufspreis von 40 Millionen Dollar war damit mehr als 36-mal so hoch. Dass das Gebot so hoch ausfiel, dürfte unter anderem daran gelegen haben, dass es sich bei der Auktion um eine Wohltätigkeitsveranstaltung handelte. Der gesamte Erlös geht an die Ferrari Foundation und soll Bildungsprojekte unterstützen.

Auch der Käufer ist inzwischen bekannt. Den Zuschlag erhielt der US-Milliardär Herbert Wertheim. Für ihn ist es bereits der zweite außergewöhnlich teure Ferrari innerhalb kurzer Zeit: Im vergangenen Jahr ersteigerte er bei derselben Veranstaltung einen Ferrari Daytona SP3 für 26 Millionen Dollar. Doch der Milliardär muss sich noch etwas gedulden, das Fahrzeug geht zunächst nach Maranello zurück und wird voraussichtlich erst 2027 ausgeliefert.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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