Sensation im Triathlon: Ein Tiroler ist die Nummer 2 im Olympiaranking

Sport

Tjebbe Kaindl muss ziemlich oft erklären, warum er denn so heißt, wie er heißt. Tjebbe, Tschebbe gesprochen, ist nicht wirklich ein gängiger Name in Bad Häring, wo der 27-Jährige lebt.

 „Meine Mama ist Holländerin“, sagt Kaindl, der seinen unkonventionellen Vornamen verkörpert wie kaum jemand anderer. Tjebbe bedeutet im Friesischen: Der Kämpfer.

Rang 6 in London

Heimlich, still und leise hat sich der Tiroler Triathlet an die Weltspitze gekämpft. Zuletzt gelang Tjebbe Kaindl in London mit Rang sechs das beste Ergebnis eines österreichischen Triathleten in der Weltserie, im Qualifikationsranking für die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles ist der 27-Jährige aktuell Zweiter.

 „Das Gefühl, dass ich ganz vorne mithalten kann, hatte ich schon länger. Jetzt habe ich es endlich auch schwarz auf weiß auf der Ergebnisliste“, sagt Kaindl.

Erster Bewerb mit 4

In der Vergangenheit waren Triathleten oft Quereinsteiger, die aus der Leichtathletik oder dem Radsport umsattelten. Tjebbe Kaindl hingegen ist ein Triathlet durch und durch, der schon seit Kindesbeinen an schwimmt, radelt und läuft. „Bei meinem ersten Triathlon war ich vier“, erzählt der Tiroler.

Es ist eine zeitintensive Leidenschaft, der sich Tjebbe Kaindl da verschrieben hat. Weltklasse-Triathleten wie er kommen auf enorme Trainingsumfänge: In einer normalen Woche sitzt er 15 bis 18 Stunden auf dem Rad, läuft 100 Kilometer und schwimmt zwischen 25 und 30 Kilometer. „Von nichts kommt nichts.“

Schlägerei im Wasser

So ausgewogen der Unterinntaler sein Training auch gestaltet, wie alle Triathleten hat auch Tjebbe Kaindl eine Paradedisziplin. Seit jeher ist das Radfahren die Domäne des 27-Jährigen. „Da gehöre ich zu den Besten der Welt und kann den Unterschied machen. Mein Ziel war es, auch in den beiden anderen Disziplinen zur Weltspitze zu schnuppern.“

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Der Schwimmpart stellt dabei die größte Herausforderung dar. Vor allem weil es im Wasser häufig drunter und drüber geht und mit allen Mitteln gearbeitet wird. „Das ist oft eine wilde Schlägerei um die Positionen. Du kannst einen Triathlon beim Schwimmen nicht gewinnen, aber du kannst ihn dort verlieren“, weiß Kaindl.

 „Du sollst in den Top Ten aus dem Wasser steigen. Wenn du da nur 30. bist, dann wird es schwierig mit dem Überholen. Da zählt wirklich jede Position.“

Fernziel L.A.

Als Triathlet aus einem Binnenland hat Kaindl einen kleinen Standortnachteil. Er schwimmt im Training praktisch nur im Becken, bei den Wettkämpfen wartet dann aber oft das Meer.

 „Wir sind das als Österreicher nicht so gewohnt. Das ist ganz ein anderes Schwimmen“, sagt Kaindl, „du hast die Wellen, du liegst anders im Wasser, das erfordert wirklich eine eigene Technik.“

Reihenweise Topergebnisse

Der Tiroler will in nächster Zeit vermehrt Meeresluft schnuppern, denn bei den Sommerspielen in zwei Jahren in L.A. sind die Triathleten am berühmten Venice Beach im Einsatz. 

Seit Mai läuft die Olympia-Qualifikation, mit seinen Topplatzierungen bei der EM (6.) und in der Weltserie in Quiberon, (9.), Edmonton (8.) und zuletzt in London (6.) hat Tjebbe Kaindl schon den Grundstein für sein Olympiaticket gelegt. „In L.A. bin ich dann 29, das ist das beste Triathlon-Alter.“

4.000 Euro Preisgeld

Der Heeresathlet präsentiert sich inzwischen so stark, dass er von seinem Sport gut leben kann. Für den sechsten Platz in London kassierte Kaindl 4.000 Euro Preisgeld, …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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