Rätselhafte Seuche erreicht das Weiße Haus

Politik

Die Krankheit, die zuerst US-Diplomaten auf Kuba erwischt hatte, hat auch den Präsidentensitz erreicht. Wer dahinter steht – und welche Geheimwaffe, ist weiter unbekannt.

Stecken jetzt Kubas Geheimagenten dahinter, eine Wunderwaffe aus Moskau – oder vielleicht gar die CIA selbst? Nur eine der ungelösten Fragen hinsichtlich des sogenannten „Havanna-Syndroms“, mit dem jetzt auch Joe Biden als nunmehr dritter US-Präsident konfrontiert ist. Denn sicher ist an der rätselhaften Krankheit, die US-Diplomaten, Politiker und auch Agenten des Geheimdienstes CIA erfasst hat, dass sie sich weiterhin ausbreitet.

200 Fälle

Inzwischen hat die US-Regierung an die 200 Fälle registriert, und das quer über den Globus und sogar in der Machtzentrale der US-Politik. Zwei Mitarbeiter des Weißen Hauses sollen laut US-Medienberichten auf einem abgesperrten Gelände im Zentrum von Washington DC plötzlich von den bereits dutzendfach beschriebenen Symptomen befallen worden sein: Rasende Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Tinnitus-artige Geräusche. Bei vielen der Betroffenen halten diese Symptome über Monate an, sind in einigen Fällen bis heute nicht verschwunden und sorgen immer wieder auch für akute Selbstmord-Gefährdung.

Zielobjekt US-Botschaft

Erstmals aufgetreten ist die rätselhafte Krankheit – wie ja der Name deutlich macht – in der US-Botschaft in Havanna im Jahr 2016, noch in der Amtszeit Barack Obamas. Die zur Festung ausgebaute Zentrale des Erzfeindes ist seit vielen Jahren Objekt von Attacken der kubanischen Regierung und ihrer Aktivisten. So wurde vor dem Gebäude regelmäßig demonstriert, die Bewohner wurden mit politischen Parolen beschallt.

APA/AFP/YAMIL LAGE

Diesmal aber waren die Attacken offensichtlich nicht im bewusst wahrnehmbaren Bereich. Trotzdem meldete die Botschaft innerhalb weniger Wochen Dutzende ähnlich geartete Krankheitsfälle nach Washington. Die Zustände wurden so schlimm, dass man die Hälfte des Personals aus Havanna abzog.

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Psychologie oder Physik?

In Washington begann man sich mit dem Problem zwar eingehend, aber ziemlich unentschlossen zu beschäftigen. Der leitende Mediziner der CIA, die mit der Untersuchung betraut war, nahm die Sache offensichtlich sehr lange nicht allzu ernst.

Beschuss mit Mikrowellen

Schließlich gab es auch zahlreiche skeptische Stimmen, die das Ganze eher unter psychische Störungen, ausgelöst etwa durch Stress, oder andere nervliche Belastungen einreihten. Auch Wissenschaftler, die die US-Regierung noch unter Donald Trump mit der Untersuchung des Phänomens beauftragte, kamen zu keinen klaren Schlüssen über die Ursachen. Die lange als Auslöser gehandelten gepulsten Mikrowellen, mit denen die Botschaft in Havanna gezielt beschossen worden sein sollte, wurden zwar als wahrscheinlicher Auslöser genannt, aber es gab auch genau gegenteilige Meinungen.

Neue Leute beim CIA

Die Biden-Regierung jedenfalls scheint entschlossen, das Problem viel ernster zu nehmen. Die Zweifler innerhalb der CIA wurden von ihren Posten entfernt. CIA-Direktor William Burns traf sich persönlich mit Opfern, kümmert sich um medizinische Betreuung und lässt den US-Kongress regelmäßig mit neuen Informationen zum Thema versorgen. Man werde, so betont eine Regierungssprecherin gegenüber der New York Times, alle verfügbaren Mittel ausschöpfen, „um dieser Sache endlich auf den Grund zu kommen.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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