Sind Österreichs Osteopathen mangelhaft ausgebildet?

Politik

Angesichts der großen Zahl an Menschen, die an Problemen mit dem Bewegungsapparat leiden, müssen sich die österreichweit rund 2.000 Osteopathen nicht über mangelnde Kundschaft beschweren. Das ganzheitliche Verfahren, bei dem für Diagnose und Behandlung allein die Hände des Therapeuten zum Einsatz kommen, erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Und das, obwohl die Qualitätsstandards bei dieser alternativmedizinischen Methode noch ausbaufähig sind. So ist die Berufsbezeichnung „Osteopath“ in Österreich nicht geschützt. Somit können sich auch Personen, deren Ausbildung lediglich aus Wochenendkursen oder kurzen Seminaren besteht, so bezeichnen. Das kritisiert die Österreichische Gesellschaft für Osteopathie (OEGO). Für die Patienten sei oft nicht transparent erkennbar, welche Qualifikation tatsächlich hinter der Bezeichnung steht.

„Wo Osteopathie draufsteht, muss eine qualitätsvolle fünfjährige Ausbildung drin sein“, betont OEGO-Präsidentin Margit Halbfurter. Die Methode könne keineswegs in wenigen Wochen erlernt werden, vielmehr benötige man eine fundierte Ausbildung mit medizinischem Basiswissen und einem umfassenden Verständnis osteopathischer Zusammenhänge.

Die OEGO fordert daher eine klare gesetzliche Regelung der Berufsbezeichnung und die Anerkennung der Osteopathie als eigenständiger Gesundheitsberuf. Österreich würde damit keineswegs Neuland betreten, so Halbfurter, zahlreiche europäische Länder hätten die Osteopathie bereits gesetzlich geregelt. Dies gehöre nun endlich auch hierzulande umgesetzt. „Nur so können wir Patientensicherheit und Qualität dauerhaft gewährleisten.“

Im Gesundheitsstaatssekretariat verweist man darauf, dass es sehr wohl gesetzliche Rahmenbedingungen gebe. „Osteopathische Behandlungen dürfen von Ärzten und Physiotherapeuten im Rahmen ihrer gesetzlich geregelten Berufe durchgeführt werden, sofern diese eine entsprechende Weiterbildung, Spezialisierung bzw. weiterführende Ausbildung absolviert haben“, sagt eine Sprecherin.

Keine Änderung

Die Anerkennung als eigenes Berufsbild plant man nicht. „Eine Herausforderung dabei ist, dass osteopathische Methoden bereits heute von verschiedenen gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen angewendet werden. Bei einem zusätzlichen Berufsbild müsste daher klar festgelegt werden, wer welche Behandlungen durchführen darf und wie die Abgrenzung zu den bestehenden Gesundheitsberufen erfolgt.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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