Eine Demonstration für mehr Wertschätzung der Pflegearbeit

Kultur

Seit 2008 wird die Wartehalle im Foyer der Arbeiterkammer in der Wiener Prinz Eugen-Straße mit Kunstprojekten bespielt. Es ist ein sehr spezieller, halböffentlicher Raum, denn wenngleich er allen zugänglich ist, behalten viele der hier Sitzenden die Anliegen, mit denen sie zur Beratung kommen, vielleicht lieber für sich.

Außerdem ist es ein notorisch schwieriger Raum, um darin Bilder aufzuhängen: Die massiven, v-förmigen Betonstützen dominieren die lang gezogene Halle, es gibt wenig Wandfläche.

Die Wiener Künstlerin Anna Schachinger hat nun gemeinsam mit der am mumok tätigen Kuratorin Heike Eipeldauer eine durchaus überzeugende und auch künstlerisch gewiefte Lösung gefunden: Eine Reihe von Gemälden ist nämlich so auf den Betonträgern montiert, dass die Bilder ein wenig wie Transparente oder Schilder anmuten, die Menschen bei einer Straßendemonstration hochhalten würden.

Diese Idee setzt sich dann in den Bildern fort: Zu sehen sind darin nämlich Frauen, die Babys in die Luft halten. Die Kinder werfen dabei Schatten auf die Gesichter der Frauen, die Mütter, aber auch Leihmütter, Omas oder Pflegerinnen sein könnten. Die Haltung erinnert auch an das Gemälde „Fliegen lernen“ von Maria Lassnig, das seit 1980 Teil der mumok-Sammlung ist: Darin hält eine Frau einen Vogel in die Höhe.

Sorge tragen

Schachinger, die an der Akademie der bildenden Künste in Wien Malerei lehrt und eine Art Vorstufe der Installation 2024 in der Wiener Galerie Sophie Tappeiner zeigte, zielt mit dem Titel „Erhebung“ aber eher auf die sakrale Symbolik der Mutterrolle ab: Als Madonna vergöttert und von der Kunst buchstäblich in den Himmel erhoben, divergiert das Mutterbild in der Kunst massiv von jenem, mit dem sich Mütter und andere Sorgetragende im Alltag herumschlagen müssen.

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Und so spielt der Himmel auch im Foyer der Arbeiterkammer Wien eine zentrale Rolle: Die rund 30 Meter lange Breitwand des Saals ist als „Himmel“ gestaltet, für die Ausführung beauftragte die Malerin mehrere befreundete Künstlerinnen. Dass alle den Himmel ein klein wenig anders malten, lässt sich in der Gestaltung der einzelnen Abschnitte bei genauerem Blick nachvollziehen.

Zentral sei aber auch gewesen, dass die AK als Auftraggeberin nicht nur Schachinger, sondern auch ihre Mitarbeiterinnen korrekt honorierte, betont Kuratorin Eipeldauer: Keine Selbstverständlichkeit im Kunstbetrieb, der gern mit angeblicher „Aufmerksamkeit“ und „Sichtbarkeit“ statt Geld bezahlt und Prekarität und Selbstausbeutung befördert.

Eipeldauer ist seit heuer Teil des neu aufgestellten Beirats für die AK-Kunstaktivitäten – neben ihr sind Günther Oberhollenzer, Leiter des Künstler:innenhauses, und Belvedere-Chefkuratorin Luisa Ziaja Teil des Gremiums. Für die kommenden Jahre sind weitere Gestaltungen der Zentrale geplant.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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